Viele Sparkassen sind eine geeignete Adresse für Konten rechtsradikaler Organisationen. Das ergab eine Finanztest-Umfrage unter 50 Sparkassen und Banken im November 2000. "Die Kreissparkasse Köln ist grundsätzlich bereit, Konten für demokratisch und verfassungsrechtlich legitimierte Parteien oder Verbände zu führen", heißt es beispielsweise. Die Stadtsparkasse Hannover betont: "Dabei erscheint es aber als abwegig, die Führung von Konten der NPD mit den politischen Aktivitäten dieser Partei zu verknüpfen." Die Stadtsparkasse weist auf die Aufgabe hin, "Bankdienstleistungen für jedermann zu erbringen". Viel rigider gehen private Banken und Volksbanken gegen Rechtsextreme vor. So kündigte die Commerzbank Konten "aus wichtigem Grund" gemäß Absatz 19 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, ebenso die Oldenburgische Landesbank. Die Bankgesellschaft Berlin eröffnete ein Konto erst gar nicht.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken rät seinen Mitgliedern, "keine Konten mit rechtsextremen Gruppierungen zu eröffnen und etwaige bestehende Bankverbindungen (...) zu beenden". Bei der sächsischen Volksbank Eisenberg heißt es in einer Anweisung: "Aus diesem Grund ist es verboten, Konten für rechtsradikale Organisationen (...) zu eröffnen." Vor allem die NPD wehrt sich heftig gegen Kontokündigungen, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Zwar verdonnerte das Landgericht Leipzig im Oktober 2000 die örtliche Sparkasse dazu, ein NPD-Konto zumindest sechs Monate lang weiterzuführen. Begründung: Ohne Girokonto drohe eine Behinderung der zugelassenen Partei in ihrem politischen Wirken. Anderer Ansicht war zuletzt aber das Oberlandesgericht Köln, das die Kündigung eines NPD-Kontos durch die Postbank Hamburg für rechtens erklärte. Die Bank sei nicht zur Kontoführung verpflichtet, da die Partei nicht bewiesen habe, dass alle anderen deutschen Banken Geschäftsbeziehungen zur NPD ablehnen würden. Nur dann wäre ein "Kontrahierungszwang" der Bank infrage gekommen.

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