Schon in den nächsten Tagen können Mandanten bei Ebay nach günstigen Beratungsgesprächen mit Rechtsanwälten Ausschau halten. Das Bundesverfassungsgericht hat einem Berliner Fachanwalt für Familienrecht erlaubt, Rechtsberatungen Online zu versteigern.

Ein Euro Startpreis

Der Berliner Anwalt für Familienrecht hatte im Januar 2004 mehrere Rechtsberatungen beim Internet-Auktionshaus Ebay angeboten. Beratungen bis zu einer Stunde in familien- und erbrechtlichen Fragen wies er mit einem Startpreis von einem Euro sowie 75 Euro aus. Mindestens 500 Euro musste ein Kunde für eine fünfstündige Exklusivberatung bieten. Anwaltskammer und Anwaltsgericht Berlin sahen in der Versteigerung einen Verstoß gegen das Berufsrecht und rügten den Juristen. Dieser legte Verfassungsbeschwerde ein.

Freier Beruf und freie Gebühren

Die Karlsruher Richter gaben nun dem Anwalt Recht. Denn die Sanktionen der Standesorganisationen verletzen ihn in seinem Grundrecht auf Berufsfreiheit. „Die Versteigerung anwaltlicher Beratungsleistungen in einem Internetauktionshaus kann nicht als Werbung um ein Mandat im Einzelfall behandelt werden“, so die Verfassungsrichter. Die Anwaltskammer hatte dem Kollegen vorgeworfen, er würde mit den Internet-Auktionen „marktschreierisch“ werben. Auch steht es jedem Rechtsanwalt frei, eine von den gesetzlichen Gebühren abweichende Honorarvereinbarung zu treffen. Genau das geschieht bei einer Versteigerung, meinen die Richter.

Online-Rechtsberatung: Vier Anwälte lagen richtig

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