Rechtsanwaltsgebühren Meldung

Versicherer und Anwälte im Clinch: Wie hoch sind die Einkommensverbesserungen der Anwälte wirklich?

Anwälte werden fast 30 Prozent mehr verdienen, sollte das Gebührenrecht wie geplant geändert werden. Das glaubt Dr. Bruno Gas vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GdV). Er nennt die Änderungen ein „Raffgesetz“.Nach Regierungsplänen könnten Anwälte ab 2003 anders bezahlt werden. So soll es für Beratung mehr, für Prozessvertretungen weniger Geld geben. Zudem soll die Fülle von Gebühren ­zusammengestrichen werden. Das würde die Anwaltsrechnung verständlicher machen, die verbleibenden Gebühren dürfen dann aber höher ausfallen.

25 000 Fälle habe der GdV nach altem und neuem Recht durchgerechnet und so den Kostenanstieg festgestellt, sagt Gas. Seine Prognose: „Auch die Rechtsschutzversicherung wird teurer.“ Anton Braun von der Bundesrechtsanwaltskammer beziffert den Mehrverdienst dagegen auf 17 Prozent und nennt die Berechnungen „unseriös“. Es sei mit untypischen Fällen gerechnet worden, um die Policenpreise erhöhen zu können. Unterstützung erhalten die Anwälte vom Deutschen Richterbund, der die Honorarverbesserungen in Ordnung findet. Kanzler Schröder lehnt nach Berichten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Pläne der Justizministerin hingegen ab.

Tipp: Die Honorare für außergerichtliche Beratung sind und bleiben frei verhandelbar. Feilschen Sie, der Konkurrenzdruck unter Anwälten ist hoch.

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