Anwaltsrechnungen sind im Durchschnitt um 22 Prozent zu hoch. Mit dieser Behauptung wirbt zurzeit ein Unternehmen im Internet, das Anwaltskunden die Überprüfung ihrer Gebührenrechnung anbietet. Für den Fall, dass überhöhte Posten entdeckt werden, will die aus England stammende Firma Legal Costs Assessors Ltd. (www.lca-germany.de) mit dem Anwalt verhandeln oder auf Wunsch des Mandanten die Gebührenrechnung sogar vor Gericht anfechten. Dieser Service soll nur bei Erfolg etwas kosten: Der Mandant soll nur 25 Prozent der Summe zahlen, die er mithilfe der Gebührenkontrolleure zurückbekommt.

So verlockend das Angebot klingt: Finanztest rät, die Rechnungsprüfer vorerst noch nicht zu beauftragen und die Entwicklung der neuen Branche abzuwarten. Wahrscheinlich ist, dass Anwälte gegen die Anbieter gerichtlich vorgehen werden.

So sieht etwa der Deutsche Anwaltverein im Angebot der Legal Costs Assessors Ltd. eine unzulässige Rechtsberatung durch Nichtanwälte und kritisiert die Erfolgshonorare, die in Deutschland im Zusammenhang mit Rechtsvertretung verboten sind. Streit scheint programmiert, denn die Firma mit Sitz in München hat gegenüber Finanztest bereits erklärt, keine voll ausgebildeten Juristen zu beschäftigen.

Tipp: Wer Anwälte sucht, die auf Prozesse gegen Kollegen spezialisiert sind, sollte in Anwaltsdatenbanken und -listen auf die Tätigkeitsschwerpunkte "anwaltliches Berufsrecht" und "Gebührenrecht" achten.

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