Rechtsanwaltsgebühren Meldung

Die Gebührenordnung für Anwälte wird reformiert. Das Bundesjustizministerium schweigt zu Presseberichten, wonach Rechtsrat dann zwei Drittel teurer werde. Finanztest hat beim Vizepräsidenten der Bundesrechtsanwaltskammer, Dr. Ulrich Scharf, nachgefragt.

Wird Rechtsrat und Prozessvertretung unbezahlbar?

Scharf: Nein. Im Ergebnis hoffe ich auf eine Gebührenanpassung von 20 Prozent. Die letzte Erhöhung liegt sieben Jahre zurück.

Was soll denn am Gebührensystem verändert werden?

Scharf: Bislang berechnen Anwälte je nach Art ihrer Tätigkeit viele verschiedene Gebühren wie Geschäfts-, Besprechungs- oder Vergleichsgebühren. Diese sollen nun in einigen wenigen Gebühren gebündelt werden. Berechnet werden also weniger Gebühren, die dann aber deutlich höher ausfallen dürfen.

Warum das Ganze?

Scharf: Anwälte können ihren Verdienst so besser am Aufwand ausrichten. Nach der aktuellen Gebührenordnung wird bei kleinen Angelegenheiten oft zu viel, bei großen zu wenig gezahlt. Daneben wird dann die aufwendige Verfahrensvorbereitung besser entlohnt. Effektive Anwälte bekommen so mehr Geld. Überflüssige Prozesshandlungen lohnen sich für Anwälte hingegen nicht mehr.

Die Erstberatung darf bisher maximal 350 Mark kosten. Bleibt das so?

Scharf: Ich denke ja. Die Begrenzung der Kosten für die erste rechtliche Einordnung eines Problems hat sich bewährt.

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