Die Rechtsanwaltsgebührenordnung (Brago) soll reformiert werden. Verstehen kann man die geplanten Änderungen aber nur, wenn man weiß, wie ein Rechtsanwaltshonorar derzeit berechnet wird. Der Beispielfall zeigt, wie es geht:

Ein Autofahrer kommt wegen einer umstrittenen Reparaturrechnung von 5.000 Mark zum Anwalt. Diese Summe bildet den Gegenstandswert, nach dem die Gebührenhöhe berechnet wird. Die volle Gebühr für den 5.000-Mark-Fall beträgt laut Gebührenordnung 320 Mark. Da die Sache nicht schwierig ist, berechnet der Anwalt aber nur eine Mittelgebühr: Das sind 7,5/10 vom vollen Wert, also 240 Mark. Nun wird der Anwalt tätig ­ und rechnet ab.

Zunächst wird eine Gebühr für das Betreiben des Falls fällig. Darin enthalten ist die Analyse des Falls, Korrespondenz mit der Gegenseite und beispielsweise der Rat, sich außergerichtlich zu einigen.

Das sind im Einzelnen folgende Gebühren:

Geschäftsgebühr (7,5 / 10) 240 Mark.

Für mündliche Verhandlungen mit der Gegenseite und dessen Anwalt wird fällig die
Besprechungsgebühr (7,5 / 10) 240 Mark.

Man einigt sich und der Anwalt bewirkt einen Vergleich, der die Parteien bindet. Dafür gibt es die
Vergleichsgebühr (15 / 10) 480 Mark.

Dazu kommt die
Auslagenpauschale 40 Mark und die
Umsatzsteuer rund 160 Mark.

Macht zusammen 1.160 Mark

Nach dem selben Prinzip wird das Anwaltshonorar errechnet, wenn vor Gericht verhandelt wird. Hier werden maximal vier volle Gebühren fällig. Dass können die Prozess-, Verhandlungs-, Beweis- und die Vergleichsgebühr sein. Im außergerichtlichen Bereich können statt der Gebühren auch ein festes Honorar oder Stundensätze vereinbart werden. Vor Gericht gelten hingegen immer die gesetzlichen Gebühren.

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