Patienten­verfügung Special

94 Prozent aller über 16-Jährigen haben schon mal davon gehört, doch nur jeder vierte hat sie hinterlegt: Eine Patienten­verfügung regelt nicht nur, wie jemand behandelt werden möchte, wenn aufgrund eines Unfalls, schwerer Krankheit oder alters­bedingt keine Willens­äußerung mehr möglich ist. Sie hilft auch Angehörigen und behandelnden Ärzten. Finanztest erklärt, warum recht­liche Vorsorge so wichtig ist und was bei Patienten­verfügung, Vorsorgevoll­macht und Betreuungs­verfügung zu beachten ist.

Zum Thema Vorsorgevollmacht bietet test.de ein aktuel­leres Special.

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SpecialPatienten­verfügungFinanztest 01/2017
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Patienten­verfügung: Selbst­bestimmt zum Lebens­ende

In einer Patienten­verfügung legen Menschen fest, wie sie in einer bestimmten Krank­heits­situation am Lebens­ende behandelt oder pflegerisch begleitet werden wollen. Denn jede medizi­nische Behand­lung muss mit dem Patienten abge­stimmt sein. Er muss einwilligen. Kann jemand nicht mehr selbst entscheiden, kommt es auf die in der Patienten­verfügung genannten Wünsche an. Liegt keine Patienten­verfügung vor, ermittelt ein Bevoll­mächtigter oder Betreuer mit den Ärzten den mutmaß­lichen Willen und trifft dann eine Entscheidung. Um die Entscheidung über lebens­verlängernde oder -verkürzende Behand­lungen nicht anderen zu über­lassen, ist es sinn­voll, bei guter Gesundheit und klarem Verstand aufzuschreiben, was am Lebens­ende gelten soll. Das zeigen auch die Fall­beispiele in unserem Special.

Patienten­verfügung Special

Klare Worte für Arzt und Angehörigen

Eine Patienten­verfügung muss eindeutig und klar formuliert sein. Welche medizi­nische Behand­lung wird in einer bestimmten Krank­heits­situation gewünscht, welche wird abge­lehnt? Der Bundes­gerichts­hof (BGH) hat vor Kurzem entschieden, dass die Formulierung „keine lebens­erhaltenden Maßnahmen“ nicht konkret genug ist (siehe Meldung BGH definiert Anforderungen für rechtliche Vorsorge). Dabei haben sich die Bundes­richter mit den Anforderungen auseinander­gesetzt, die eine Patienten­verfügung erfüllen muss. Im Interview mit Finanztest erklärt Rechts­anwalt Wolfgang Putz aus München, worum es in dem Urteil geht.

Viele fühlen sich über­fordert

Doch viele Menschen fühlen sich über­fordert, ohne medizi­nisches Detailwissen etwas konkret fest­zulegen – oder haben Angst, eine Verfügung könne sich nach­teilig auswirken. Hilf­reich ist, sich über die eigenen Wert­vorstel­lungen klar zu werden: Wie denke ich über Leben und Tod und was halte ich von lebens­verlängernden Maßnahmen? Um sich dann bewusst für oder gegen eine Patienten­verfügung entscheiden zu können. Fragen rund um das Thema Verfügung können auch mit einem Arzt, Rechts­anwalt oder Notar besprochen werden. Eine Beratung ist aber nicht vorgeschrieben. Der Verfügende kann den Text per Hand schreiben oder ein Formular ausfüllen. Aber Vorsicht bei eigenen Formulierungen: Sie sollten immer mit einem Arzt oder Anwalt besprochen werden. Wenn Sie unser Special frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die entsprechenden Formulare. Sie sind dem Artikel-PDF beigefügt.

Vorsorgevoll­macht: Die Wahl des Bevoll­mächtigten

Niemand sieht der Tatsache gerne ins Auge, dass er seine Lebens­umstände vielleicht nicht mehr selbst regeln kann. Doch jeder ab dem 18. Lebens­jahr sollte sich um eine Vorsorgevoll­macht kümmern, in der jemand beauftragt ist, im Fall von Krankheit, Unfall oder „Alter“ für einen zu handeln. Im Ernst­fall vertritt der Bevoll­mächtigte den Voll­macht­geber bei allen wichtigen Entscheidungen, in Gesprächen mit Ärzten, bei Bank­geschäften oder bei der Wahl des Pfle­geheims. Ein Bevoll­mächtigter für Gesund­heits­angelegenheiten ist auch für die Entscheidungen am Lebens­ende verantwort­lich, sofern der Voll­macht­geber keine Willen mehr hat und diesen nicht mehr äußern kann. Er setzt im Ernst­fall auch eine Patienten­verfügung um. Dem Bevoll­mächtigten sollte klar sein, dass seine Aufgabe mit viel Verantwortung und erheblichem Zeit­aufwand verbunden sein kann.

Auch Ehe- und einge­tragene Lebens­partner müssen sich kümmern

Auch Ehepartner und einge­tragene Lebens­partner sind nach aktueller Gesetzes­lage nicht auto­matisch auto­risiert, füreinander zu handeln. Haben sie keine Vorsorgevoll­macht, springt im Notfall ein vom Betreuungs­gericht beauftragter Betreuer ein. Zwar gibt es eine Gesetzes­initiative, die für Ehepaare und einge­tragene Lebens­part­nerschaften ein sogenanntes Notfall­vertretungs­recht oder eine Beistands­möglich­keit von Ehe- und Lebens­part­nern für die Gesund­heits­sorge und Fürsorgeangelegenheiten fordert, doch über den Gesetzes­entwurf wird voraus­sicht­lich erst im Laufe des Jahres 2017 entschieden.

Das bietet der Finanztest-Artikel

Wir erklären,

  • was es mit Patienten­verfügung, Vorsorgevoll­macht und Betreuungs­verfügung auf sich hat,
  • welche formalen und inhalt­lichen Gesichts­punkte eine Patienten­verfügung erfüllen muss,
  • was Verfügende beachten müssen, die bereits an einer schweren Erkrankung leiden,
  • wie Haus­ärzte Patienten und Angehörigen beratend unterstützen können,
  • an welche Regeln Ärzte gebunden sind, wenn keine Verfügung vorliegt,
  • welche Regeln für die Betreuung* gelten, wenn keine Verfügung vorliegt,
  • wie Sie regeln, wer sich um Hund, Wohnung und Konto kümmert, wenn Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind
  • was bei Bank­voll­machten* zu beachten ist.

Extra: Das PDF enthält zusätzlich zum Artikel aus Finanztest 1/2017 weitere 17 Seiten mit allen wichtigen Vorsorge-Formularen.

„Das Vorsorge-Set“: Ratgeber der Stiftung Warentest

Patienten­verfügung Special

Wer vorher konkret fest­legt, welche Maßnahmen im Ernst­fall getroffen werden sollen, gibt nicht nur klare Anweisungen für die Zukunft. Sondern hilft damit auch Angehörigen, sich konkret um die jeweiligen Angelegenheiten zu kümmern. Aber was ist dabei zu beachten? Welche Formulierungen sind wichtig? Und wo liegen Fall­stricke? All diese Fragen beant­wortet unser Ratgeber Das Vorsorge-Set in großer Ausführ­lich­keit. Schritt für Schritt werden Sie durch alle wichtigen Formulare geführt: Patienten­verfügung, Vorsorgevoll­macht und Betreuungs­verfügung. Alle Formulare sind im Buch enthalten und lassen sich ganz leicht heraus­trennen und abheften. Außerdem erklären die Rechts­experten der Stiftung Warentest, wie Sie ein Testament verfassen und Ihren „Digitalen Nach­lass“ organisieren. Das Buch hat 144 Seiten und ist für 12,90 Euro im test.de-Shop erhältlich (ePub oder PDF: 9,99 Euro).

* Die Unter­artikel zu den Themen Bank­voll­macht und gericht­lich verfügte Betreuung sind nicht Teil der Print-Veröffent­lichung und darum auch nicht im PDF enthalten.

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