Recht im Taxi Meldung

Auch wenn es nur vom Flughafen zum Parkplatz geht, muss der Taxifahrer die Fahrt annehmen.

Bei Problemen mit dem Taxifahrer helfen Taxizentrale und Ordnungsamt.

Wenn es Ärger im Taxi gibt, dann meist wegen eines Umwegs. Doch wer dann die Fahrt vorzeitig abbricht und auf ein anderes Taxi umsteigt, muss die bis da entstandenen Kosten zahlen. So urteilte das Amtsgericht Frankfurt / Main in einem Fall, wo der Fahrgast ausgestiegen war, weil der Fahrer nicht über die Sperrung einer Autobahnauffahrt informiert war (Az. 32 C 32 83/03–48).

„Oft ist der kürzeste Weg umstritten“, erklärt Frederik Wilhelmsmeyer vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband. Er rät: „Lassen Sie sich eine Quittung geben. Der Fahrer muss Abfahrtsort und Ziel eintragen, ebenso seine Konzessionsnummer.“ Damit kann der Kunde sich ans Ordnungsamt wenden oder an die Taxizentrale.

Ärgerlich sind auch die teils hohen Preise. Je nach Region sind pro Kilometer meist 1 bis 2 Euro fällig, dazu 2 bis 3 Euro Grundgebühr. Eine Preisübersicht für 84 deutsche Städte steht unter www.bzp.org.

Gepäck: Während die Koffer eingeladen werden, darf der Gebührenzähler noch nicht laufen. Denn Ein- und Ausladen des Gepäcks sind keine gebührenpflichtige Wartezeit (OLG Celle, Az. 22 Ss 215/97).

Zähler: Innerhalb des Tarifgebiets muss das Taxameter eingeschaltet werden. Geht die Fahrt über die Tarifgrenzen hinaus, darf der Preis frei ausgehandelt werden.

Kurzstrecke: Auch kurze Strecken muss der Fahrer annehmen, zum Beispiel vom Flughafen zum Parkplatz. Es herrscht Annahmezwang. Nur aus wichtigem Grund, zum Beispiel Trunkenheit, darf ein Fahrgast abgelehnt werden (OLG Düsseldorf, Az. 5 Ss OWi 91/96).

Tipp: Für den ersten Fahrer in der Reihe ist eine kurze Fahrt ärgerlich, wenn er lange dafür anstehen musste. Versuchen Sie es einfach beim letzten Wagen am Stand. Das ist erlaubt, denn der Kunde darf sich den Wagen frei aussuchen (BayObLG, Az. 3 ObOWi29/97).

Tiere: Der Fahrgast hat Anspruch darauf, dass auch sein Hund mitfahren darf. Allerdings kostet das in einigen Tarifgebieten Zuschlag (OLG Hamm, Az. 3 Ss OWi 61/92).

Wechselgeld: Taxifahrer müssen nur bis 50 Euro Wechselgeld mitführen, betont der Verband. Hat der Kunde nur große Scheine, muss er die Fahrtkosten bis zur nächsten Wechselmöglichkeit tragen. Unbare Zahlungsmittel muss der Fahrer nicht akzeptieren.

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