Recht Meldung

Fällt die Reise aus, zahlt der Veranstalter.

Bei einer ausgefallenen Reise muss der Veranstalter den Reise­preis erstatten, daneben aber nicht auch noch eine Entschädigung in voller Höhe dieses Preises zahlen. So entschied der Bundes­gerichts­hof im Fall einer geplatzten Kreuz­fahrt (Az. X ZR 94/17). Die Richter sahen eine Entschädigung für „nutzlos aufgewendete Urlaubs­tage“ in Höhe von knapp drei Viertel des Reise­preises als angemessen an. In dem Fall hatte ein Ehepaar für November 2015 eine zweiwöchige Kreuz­fahrt in der Karibik für knapp 5 000 Euro gebucht. Drei Tage vor Reise­beginn erfuhren sie, dass es auf dem Schiff für sie keine Buchung gab. Darauf­hin fuhren sie spontan mit einem Mietwagen durch Florida, wobei ihnen knapp 900 Euro Mehr­kosten entstanden. Die Richter urteilten, dass Urlauber bei einer vereitelten Reise auch eine angemessene Entschädigung verlangen könnten. Bei dem Anspruch gehe es jedoch nicht um eine „zweite Rück­erstattung“ des Preises.

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