Rechnungen Zahlungsmoral: Druck auf säumige Schuldner

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Wer 30 Tage lang eine Rechnung nicht bezahlt, gerät in Zukunft automatisch in Verzug. Ab diesem Zeitpunkt kann der Gläubiger rund 7 Prozent Zinsen auf die geschuldete Summe verlangen und bei Gericht die Vollstreckung beantragen. Der Kuckuck fliegt demnächst also deutlich schneller, da das bisherige langwierige Mahnverfahren entfällt.

Grundlage dieser strengen Regelung ist das Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen, das am 1. Mai in Kraft treten soll. Die Bundesregierung will damit der schlechten Zahlungsmoral im Lande entgegentreten. Viele Pleiten, besonders im Bereich des Handwerks, sind auf hohe Außenstände zurückzuführen. Mit dem neuen Gesetz wird der so genannte Lieferantenkredit deutlich teurer. Es rechnet sich für ein Unternehmen nicht mehr, sich durch Verschleppung der Zahlungen an seine Lieferanten billigen Kredit zu verschaffen.

Jürgen Schröder von der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen nennt das neue Gesetz "einen Schlag ins Gesicht der Verbraucher". Denn das Gesetz unterscheidet nicht zwischen Unternehmen und Privatverbrauchern. Wenn zum Beispiel ein privater Bauherr eine Zahlung zurückhält, weil noch Mängel zu beseitigen sind, gerät er ebenso schnell in Verzug wie ein Unternehmen, das seine Subunternehmer nicht pünktlich bezahlt. Verweigert der Kunde die Abnahme, kann zukünftig ein Gutachter eine Fertigstellungsbescheinigung ausstellen.

Während sich für den privaten Bauherren in diesem Beispiel der Verbraucherschutz verschlechtert, ist von den Subunternehmen nicht zu erwarten, dass sie die Möglichkeiten des neuen Gesetzes gegen ihren Auftraggeber ausschöpfen werden. Schließlich hängt ihre Zukunft auch von weiteren Aufträgen ab.

TiPP: Behalten Sie bei Mängeln maximal das Dreifache dessen zurück, was die Beseitigung voraussichtlich kosten wird. Zahlen Sie den Rest pünktlich.

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