Für Gesund­heits­kosten und andere außergewöhnliche Belastungen müssen Sie einen gewissen Eigen­anteil immer selber tragen. Deshalb lohnt es diese Kosten auf ein Jahr zu bündeln. Hier finden Sie einen Rechner, mit dem Sie Ihren Eigen­anteil schnell ergründen können.

Welche außergewöhnlichen Belastungen können Sie bündeln?

Alle Details zu den außergewöhnlichen Belastungen lesen Sie im Special Außergewöhnliche Belastungen. Zu den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen gehören:

Krank­heits­kosten. Alle Ausgaben, die Sie für medizi­nisch notwendige Behand­lungen bezahlt haben und mittels ärzt­licher Verordnung oder Attest im Zweifels­fall nach­weisen können. Das gilt auch für selbst verschuldete Verkehrs- oder Sport­unfälle. Versicherungs­leistungen müssen Sie aber vorrangig in Anspruch nehmen.

Pflege­kosten. Haben Sie einen Pfle­gegrad, können Sie Kosten Ihrer häuslichen Pflege oder Heim­unterbringung als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Steht Ihnen der Behindertenpausch­betrag zu, wählen Sie, was für Sie güns­tiger ist: Pauschale oder die Abrechnung der einzelnen Kosten.

Natur­katastrophen. Sie mussten Schäden wegen Unwettern beseitigen, deshalb Hausrat und Kleidung neu kaufen? Alles, was die Versicherung nicht ersetzt, zählt steuerlich.

Beerdigungs­kosten. Bis 7 500 Euro für Begräbnis, Grabstätte oder Grab­stein zählen, wenn diese angemessen sind und den Wert des Erbes über­steigen. Kosten für Trauerkleidung und -feier zählen nicht. Als Nach­weise dienen Kostenbelege und Erbschein.

Darlehens­zinsen. Müssen Sie zwangs­läu­fig einen Kredit aufnehmen, um etwa Flutschäden beseitigen zu können, können Sie die Zinsen steuer­mindernd anrechnen.

Gesund­heits­gefähr­dung. Ist Ihr Haus durch nachgewiesene gesund­heits­gefähr­dende ­Stoffe belastet, können Sie die Beseitigung geltend machen. Ein Gutachten ist nicht zwingend (BFH, Az. VI R 21/11).

Prozess­kosten. Prozess­kosten anzu­geben lohnt nur, wenn Sie nach­weisen können, dass diese Ihre Existenz gefährden. Nicht anerkannt sind Adoptions­kosten (Bundes­verfassungs­gericht, Az. 2 BvR 1208).

Rechner ermittelt Ihren Eigen­anteil

Einen gewissen Eigen­anteil müssen Sie von all diesen allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen selber tragen. Erst Ausgaben über Ihrer zumut­baren Belastung wirken sich steuerlich aus. Wie viel Sie absetzen können, hängt in erster Linie von Ihrem Einkommen, Familien­stand und Kinder­zahl ab.

Beispiel: Familie Huber mit zwei Kindern sortiert ihre Rechnungen und stellt fest, dass sie in diesem Jahr bereits 1 700 Euro für Behand­lungen selbst bezahlen musste. Ihre zumut­bare ­Belastung beträgt 1 346 Euro bei 50 000 Euro Einkünften. Lässt sich Frau Huber im Dezember ein Zahnimplantat einsetzen, zu dem sie 700 Euro zuzahlen muss, kommt die Familie insgesamt auf 2 400 Euro Ausgaben. Davon kann sie 1 054 Euro als außergewöhnliche ­Belastung abziehen.

Wie hoch Ihr Eigen­anteil ist, können Sie mit unserem Online­rechner ermitteln:

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