Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Bonn hat einen Rechtsanwalt als Abwickler bei der Firma Real Direkt in Gechingen eingesetzt. Grund dafür ist, dass die Gesellschaft Anweisungen des Amtes nicht befolgte. Der Anwalt soll jetzt dafür sorgen, dass Anleger der Firma ihr Geld, das sie in typisch stille Beteiligungen eingezahlt haben, zurückbekommen.

Ob die Real Direkt AG aufgrund ihrer gegenwärtigen Vermögensverhältnisse sämtliche Rückzahlungsverpflichtungen erfüllen kann, ist der Aufsichtsbehörde nicht bekannt. In ähnlichen Fällen gingen in der Vergangenheit viele Unternehmen Pleite und die Anleger gingen leer aus.

Die Firma schloss rund 1.200 Verträge über typisch stille Beteiligungen ab und nahm damit mehr als 2 Millionen Mark ein. Da sie mit diesen Verträgen gegen das Kreditwesengesetz verstieß, verfügte das Aufsichtsamt bereits am 11. Juli 2000 die Abwicklung der Geschäfte. Doch die Real Direkt AG kam der Aufforderung des Amtes nicht nach. Vielmehr versuchte die Firma, die Verfügung der Behörde zu umgehen, indem sie Anleger zur Umwandlung ihrer Verträge in atypisch stille Beteiligungen überredete. Solche Beteiligungen fallen nicht unter das Kreditwesengesetz. Das Aufsichtsamt weist darauf hin, dass in atypisch stille Beteiligungen umgewandelte Verträge auch rückabgewickelt werden müssen.

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