Rauchmelder von Jo-El Schi­cker kleiner Schnüff­ler warnt zuver­lässig

Rauchmelder von Jo-El - Schi­cker kleiner Schnüff­ler warnt zuver­lässig
© Stiftung Warentest / Thinkstock

Eine vergessene Advents­kerze, eine fehlgeleitete Silvesterrakete – das kann schon reichen, um die Wohnung in Brand zu setzen. Über­rascht das Feuer die Bewohner im Schlaf, droht Ersti­ckungs­tod. Rauchwarnmelder können Leben retten, aber sie sind in der Regel nicht gerade schick. Dass es auch kleiner und schöner geht, will das Design-Produkt Jo-El Almost Invisible beweisen. test.de präsentiert die Ergeb­nisse des Schnell­tests.

Der “wahr­scheinlich kleinste Rauchmelder der Welt“

Mit rund 4 Zenti­meter Höhe und Durch­messer ist das „Design“-Produkt laut Anbieter der „wahr­scheinlich kleinste Rauchmelder der Welt“. Im Schnell­test mussten sich je vier Winzlinge bei einem Holz­schwelbrand und bei einem Brand­versuch mit brenn­barer Flüssig­keit bewähren. Und zwar unter den gleichen harten Prüfbedingungen wie die Konkurrenz in unserem Test Rauchmelder. Erfreuliches Ergebnis: Alle Exemplare des Jo-El Almost Invisible schlugen zuver­lässig Alarm.

Für Flur und Schlaf­zimmer

An dreizehn Exemplaren untersuchten die Tester, wie empfindlich sie jeweils reagieren. Die Ergeb­nisse deuten darauf hin, dass die Gefahr eines „falschen“ oder zu späten Alarms gering ist.

Tipp: Auch die richtige Position ist wichtig für die korrekte Auslösung des Alarms. Am wichtigsten sind die Melder in Räumen, in denen jemand schläft. Außerdem sollten sie den Flur über­wachen, sofern er als Fluchtweg dient. In der Küche hingegen sollten Sie auf Rauchmelder verzichten, weil hier Dunst­schwaden zu leicht Fehl­alarm verursachen. Weitere Tipps finden Sie im Test Rauchmelder.

Schlupf­loch für Krabbeltiere

Rauchmelder können Fehl­alarm auslösen, wenn Ameisen oder andere Insekten ins Innere kriechen, dem Sensor Rauch vorgaukeln und Alarm auslösen. Die Tester kontrollierten deshalb akribisch, ob es ein Schlupf­loch für Krabbeltiere gibt. Und sie entdeckten tatsäch­lich eines: Von hinten über den Batterie­schacht könnten kleine Invasoren eindringen.

Tipp: Dieses Einfalls­tor können Sie einfach dadurch schließen, indem Sie die Halterung fest an eine ebene Zimmerdecke schrauben.

Unpraktische Prüftaste

Der Anbieter empfiehlt in der Anleitung, wöchentlich die Prüftaste zu drücken. Leider hat er sie so ungünstig seitlich angebracht, dass meist Leiterklettern angesagt ist. Die Konstrukteure einiger Konkurrenzmodelle haben sich pfiffigere Lösungen einfallen lassen. Im großen Test Rauchmelder finden sich Modelle mit groß­flächigen Tasten an der Unterseite, die sich bequem mit Hilfe eines Besen­stiels vom Boden aus drücken lassen.

Längere Garantie wünschens­wert

Der Anbieter des Jo-El gibt an, dass die Melder bis zu zehn Jahre lang funk­tionieren sollen. Die Lithium­batterie ist nach fünf Jahren zu tauschen. Aus Verbrauchersicht enttäuschend: Es wird keine ­Garantie gegeben, die über die gesetzliche Gewähr­leistung von zwei Jahren hinaus­geht. Hier sollte der Anbieter nachbessern.

test-Kommentar: Klein, aber oho

Der Jo-El Almost Invisible ist klein, aber die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Wer diesen kleinen Melder mit seiner besonderen Form schön findet, kann ihn getrost an die Decke schrauben. Der Anbieter lässt sich das spezielle Design allerdings auch gut bezahlen. Mit rund 29 Euro ist der kleine Schnüff­ler relativ teuer, zumal die Batterie bereits nach fünf Jahren ersetzt werden muss. Gute Lang­zeit-Rauchmelder mit 10-Jahres-Batterie, die oben­drein noch bedienungs­freundlicher sind, gibts bereits für rund 20 Euro (Test Rauchmelder).

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7 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild test.de-Redakteur_Herrmann am 06.01.2014 um 08:55 Uhr
Re: StiWa, Farbe bekennen, bitte !

Selbstverständlich hat der Vermieter schutzwürdige Belange seiner Mieter zu berücksichtigen. Die Vermietung selbst ist ja auch schon Ausfluss seiner Befugnisse als Eigentümer. Die Installation eines Rauchmelders berührt aber allenfalls ausnahmsweise und am Rande schutzwürdige Belange des Mieters. In Wohnungseigentumsgemeinschaften gilt: Die Wohnungseigentümer können den Einbau von Rauchwarnmeldern in Wohnungen jedenfalls dann beschließen, wenn das Landesrecht eine entsprechende eigen-tumsbezogene Pflicht vorsieht. (Original-Leitsatz des BGH zum Urteil vom 08.02.2013, Aktenzeichen: V ZR 238/11). Ob das auch ohne baurechtliche Pflicht zu Rauchmeldern gilt, ist rechtlich offen. Die Stiftung Warentest hat dazu keine Position, auch wenn sie Rauchmelder selbst selbstverständlich für wichtig hält.

Antefix am 24.12.2013 um 15:53 Uhr
StiWa, Farbe bekennen, bitte !

Nach § 903 BGB kann ein Wohnungseigentümer "mit der Sache [also auch seiner Wohnung] nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen". Doch wie weiter nachzulesen ist, haben selbst Tierhalter "bei der Ausübung" dieser ihrer u.U. selbstherrlichen Befugnisse besondere Schutzvorschriften...zu beachten. - Zu den hier wenigen Beiträgen aus der Mieterpraxis würde man also noch gern die Sichtweisen des Hausjuristen per Verwaltungsvorschriften, WEG- und Mietrecht nachlesen, gern auch interpoliert durch gleichwertige Statements von Mietervereinen und Haus&Grund oder seitens erster Rechtsprechung.
Muss also auch ein Wohnungseigentümer in seiner Wohnung befolgen, was andere Einzeleigentümer mehrheitlich/ einheitlich für alle Wohnungen eines Hauses beschlossen haben (so, wie es sich die von @R_C beanstandete Gutmenschen-Lobby praxisfremd ausgedacht hatte)?

Gelöschter Nutzer am 22.12.2013 um 05:36 Uhr
Mal in einfachem Deutsch

Mal in einfachem Deutsch
Ich übersetze mal die Antwort der StiWa in verständliches Deutsch: Der Vermieter sucht die Rauchmelder aus und bringt sie auf Kosten des Mieters an (Wartungskosten zahlt der Mieter). Der Mieter selbst kann natürlich gerne noch so viele ZUSÄTZLICHE Rauchmelder aufhängen wie er will; wenn er mag, kann er sich die ganze Decke zupflastern. Niemand wird sich aber mehrere Rauchmelder nebeneinander hängen. Das bedeutet in der Praxis: Der Vermieter sucht das Modell aus und bringt es an. Also genau so, wie ich es in einem vorhergegangenen Beitrag auch schrieb. Die Rauchmelderpflicht regelt jedes Bundesland selbst. Nahezu alle Länder haben eine solche bereits beschlossen. Mit den beschriebenen Folgen. Federführend waren hier die Brandobby, sogenannte Verbraucherschützer und natürlich Politiker, die andere Leute Leben besser führen können als ihr eigenes.

Gelöschter Nutzer am 21.12.2013 um 14:50 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild test.de-Redakteur_Herrmann am 20.12.2013 um 16:03 Uhr
Kann Mieter Rauchmelder-Modell selbst aussuchen?

Der Mieter darf selbst Rauchmelder aussuchen, kaufen und aufhängen. Das gehört zur Nutzung einer Wohnung. Wenn der Vermieter einen aussucht, kauft und aufhängt, müssen Mieter das dulden, so lange er korrekt funktioniert und nicht ständig Fehlalarme produziert. Das ergibt sich aus den Befugnissen des Eigentümers nach § 903 BGB.