Rauchmelder von Jo-El Schnelltest

Eine vergessene Advents­kerze, eine fehlgeleitete Silvesterrakete – das kann schon reichen, um die Wohnung in Brand zu setzen. Über­rascht das Feuer die Bewohner im Schlaf, droht Ersti­ckungs­tod. Rauchwarnmelder können Leben retten, aber sie sind in der Regel nicht gerade schick. Dass es auch kleiner und schöner geht, will das Design-Produkt Jo-El Almost Invisible beweisen. test.de präsentiert die Ergeb­nisse des Schnell­tests.

Der “wahr­scheinlich kleinste Rauchmelder der Welt“

Mit rund 4 Zenti­meter Höhe und Durch­messer ist das „Design“-Produkt laut Anbieter der „wahr­scheinlich kleinste Rauchmelder der Welt“. Im Schnell­test mussten sich je vier Winzlinge bei einem Holz­schwelbrand und bei einem Brand­versuch mit brenn­barer Flüssig­keit bewähren. Und zwar unter den gleichen harten Prüfbedingungen wie die Konkurrenz im letzten großen Rauchmeldertest (1/2013). Erfreuliches Ergebnis: Alle Exemplare des Jo-El Almost Invisible schlugen zuver­lässig Alarm.

Für Flur und Schlaf­zimmer

An dreizehn Exemplaren untersuchten die Tester, wie empfindlich sie jeweils reagieren. Die Ergeb­nisse deuten darauf hin, dass die Gefahr eines „falschen“ oder zu späten Alarms gering ist.

Tipp: Auch die richtige Position ist wichtig für die korrekte Auslösung des Alarms. Am wichtigsten sind die Melder in Räumen, in denen jemand schläft. Außerdem sollten sie den Flur über­wachen, sofern er als Fluchtweg dient. In der Küche hingegen sollten Sie auf Rauchmelder verzichten, weil hier Dunst­schwaden zu leicht Fehl­alarm verursachen. Weitere (kostenfreie) Tipps finden Sie im Test Rauchmelder (1/2013).

Schlupf­loch für Krabbeltiere

Rauchmelder können Fehl­alarm auslösen, wenn Ameisen oder andere Insekten ins Innere kriechen, dem Sensor Rauch vorgaukeln und Alarm auslösen. Die Tester kontrollierten deshalb akribisch, ob es ein Schlupf­loch für Krabbeltiere gibt. Und sie entdeckten tatsäch­lich eines: Von hinten über den Batterie­schacht könnten kleine Invasoren eindringen.

Tipp: Dieses Einfalls­tor können Sie einfach dadurch schließen, indem Sie die Halterung fest an eine ebene Zimmerdecke schrauben.

Unpraktische Prüftaste

Der Anbieter empfiehlt in der Anleitung, wöchentlich die Prüftaste zu drücken. Leider hat er sie so ungünstig seitlich angebracht, dass meist Leiterklettern angesagt ist. Die Konstrukteure einiger Konkurrenzmodelle haben sich pfiffigere Lösungen einfallen lassen. Im großen Rauchmelder-Test fanden sich Modelle mit groß­flächigen Tasten an der Unterseite, die sich bequem mit Hilfe eines Besen­stiels vom Boden aus drücken lassen.

Längere Garantie wünschens­wert

Der Anbieter des Jo-El gibt an, dass die Melder bis zu zehn Jahre lang funk­tionieren sollen. Die Lithium­batterie ist nach fünf Jahren zu tauschen. Aus Verbrauchersicht enttäuschend: Es wird keine ­Garantie gegeben, die über die gesetzliche Gewähr­leistung von zwei Jahren hinaus­geht. Hier sollte der Anbieter nachbessern.

test-Kommentar: Klein, aber oho

Der Jo-El Almost Invisible ist klein, aber die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Wer diesen kleinen Melder mit seiner besonderen Form schön findet, kann ihn getrost an die Decke schrauben. Der Anbieter lässt sich das spezielle Design allerdings auch gut bezahlen. Mit rund 29 Euro ist der kleine Schnüff­ler relativ teuer, zumal die Batterie bereits nach fünf Jahren ersetzt werden muss. Gute Lang­zeit-Rauchmelder mit 10-Jahres-Batterie, die oben­drein noch bedienungs­freundlicher sind, gibts bereits für 24 Euro (siehe test Rauchmelder 1/2013).

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