Rauchmelder für Hörgeschädigte Schnelltest

Schlägt ein Rauchmelder Alarm, empfinden die meisten das als schreck­lich laut. Viele hörgeschädigte Menschen können den Signalton aber kaum wahr­nehmen. Gehörlose bekommen gar nichts mit. Helfen kann ein spezielles Funk­rauchmelder-System, das Schlafende mit Blitzen und Vibrationen weckt und so vorm Ersti­ckungs­tod schützt. test.de präsentiert die Test­ergeb­nisse.

Der Alarm kommt über Funk

Exemplarisch für den Schnell­test ausgewählt hat test.de das System der Firma Ei Electronics: Es funk­tioniert mit dem Rauchmelder Ei650W (bauähnlich mit dem „guten“ Ei650 aus dem Test Rauchmelder). Dessen Funk­modul über­trägt den Alarm an ein Stroboskop, das einen Schlafenden mit Licht­blitzen sowie mithilfe eines kleinen „Vibrations­kissens“ weckt.

Wachrütteln mit Vibration

Wir haben ein solches System installiert und erfolg­reich ausprobiert. Das Funk­modul meldete den Test­alarm über eine Distanz von 15 Metern und durch zwei Trenn­wände hindurch. Inner­halb weniger Sekunden zuckten die Licht­blitze. Die Bewegungen des Vibrations­kissens (kleines diskusförmiges Kunst­stoff­teil) waren auch durch ein Kopf­kissen hindurch deutlich spür­bar.

Inbetrieb­nahme nicht ganz einfach

Bevor das System funk­tioniert, sind mehrere Arbeits­schritte erforderlich. Als erstes setzten die Tester das Funk­modul in den dafür vorgesehenen Schacht auf der Rück­seite des Melders. Dies klappte problemlos. Die anschließende Funk­vernetzung der einzelnen Module erwies sich allerdings als nicht ganz einfach: Die Anleitung ist etwas unüber­sicht­lich. Die Tester benötigten mehrere Anläufe, um alle Module zu vernetzen.

Tipp: Nehmen Sie das System am besten zu zweit in Betrieb. Das hilft beim Vernetzen sowie bei den Funk­tions­tests und erleichtert die Montage. Ein gewisses tech­nisches Know-how sollte freilich vorhanden sein: Suchen Sie sich gegebenenfalls einen Helfer, der mit Arbeiten wie dem Programmieren von Zeit­schalt­uhren kein Problem hat.

260 Euro sind mindestens fällig

Zum Mindest­umfang des Systems gehören ein Rauchmelder Ei650W (ca. 30 Euro), das darin einge­steckte Funk­modul Ei650M (ca. 50 Euro) sowie das Alarmierungs­modul für Hörgeschädigte Ei170RF (ca. 180 Euro). In der Summe sind also rund 260 Euro fällig. Sinn­voll und tech­nisch möglich ist die Vernetzung mit weiteren Funk-Rauchmeldern, die dann jeweils mit weiteren 80 Euro zu Buche schlagen.

Testsieger mit hohem Maß an Sicherheit

Der Rauchmelder Ei650 ist einer der Testsieger im großen Rauchmeldertest. Er punktet dort mit meist guten, zum Teil sogar sehr guten Noten. Seine Lithium­batterie versorgt ihn mindestens 10 Jahre lang mit Strom. Das Stroboskopmodul mit dem ange­schlossenen Vibrations­kissen verfügt über ein Netzgerät zum Anschluss an die Steck­dose. Für den Fall eines Strom­ausfalls ist vorgesorgt: Ein integrierter Akku sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Weitere Möglich­keiten für Anschlüsse

Das System bietet weiteren Komfort: So gibt es einen Anschluss für ein zweites Stroboskop. Außerdem lässt sich ein Wecker anschließen, der ebenfalls das Vibrations­kissen nutzt. Zum „ganz normalen“ Wachrütteln verwendet er aber einen anderen Vibrations­modus als im Brandfall.

Fazit: Sinn­volles Sicher­heits­produkt zu einem stolzen Preis

Der Funk­rauchmelder von Ei Electronics schützt Gehörlose und Hörbeein­trächtigte davor, von einem Brand über­rascht zu werden und im Schlaf zu ersti­cken. Der Rauchmelder bietet neben der Funk­vernetzung einigen Komfort. Leider nicht billig. Inklusive Funk­melder kostet das System rund 260 Euro. Wer die Alarmierung mit Blitz und Rüttelkissen über Funk nicht benötigt, kann gute Rauchmelder mit 10-Jahres-Batterie bereits für weniger als ein Zehntel dieses Betrages kaufen.

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