Rauchmelder Meldung

Das Risiko eines Fehl­alarms sinkt durch einen zuver­lässigen Rauchmelder.

In deutschen Häusern und Wohnungen gibt es immer mehr Rauchmelder. In der Folge steigt die Zahl der Fehl­alarme. Aber wer zahlt für die Kosten unnötiger Feuerwehr­einsätze? Der Eigentümer oder Mieter? Der aufmerk­same Nach­bar, der den Alarm gehört und die Feuerwehr gerufen hat? Oder am Ende alle Steuerezahler?

Mit der Rauchmelder­pflicht kommen die Fehl­alarme

Rauchmelder in der Wohnung sind mitt­lerweile in zehn Bundes­ländern Pflicht. Seitdem gibt es häufiger Fehl­alarm und unnötige Feuerwehr­einsätze (Meldung Wo die Melder Pflicht sind). Beispiel Hamburg: Vor der Pflicht im Jahr 2010 verzeichnete die Hamburger Feuerwehr nur 605 dieser Fehl­alarme. 2015 waren es bereits 1 405.

Eigentümer haften meist nicht für Fehl­alarm

Rauchmelder geben bei ungewöhnlicher Rauch­entwick­lung einen Alarm­ton von sich: Bewohner sollen sich in Sicherheit bringen können. Der Melder ist in der Regel nicht direkt mit der Feuerwehr verbunden. Aber manchmal alarmieren Nach­barn die Feuerwehr, wenn sie einen Melder piepsen hören und nebenan niemand reagiert. Nach den Feuerwehr­gesetzen der Bundes­länder gilt: Stellt sich ein Feuerwehr­einsatz hinterher als unnötig heraus, müssen die Betreiber der Melder diesen in der Regel nicht bezahlen. Aber: Auf Schäden, die die Feuerwehr beim Eindringen etwa an Türen verursacht, kann ein Eigentümer durch­aus sitzen bleiben, wenn das Verhalten der Feuerwehr gerecht­fertigt war (Land­gericht Heidel­berg, Az. 1 O 98/13).

Tipp: Ein guter Rauchmelder senkt das Fehl­alarm-Risiko. Gute Geräte mit Lang­zeitbatterie für zehn Jahre gibt es ab 20 Euro (Test Rauchmelder, test 1/2016).

Zahlt der Anrufer?

Auch der Anrufer muss den Einsatz nicht zahlen. Es sei denn, ihm ist vorsätzliches oder grob fahr­lässiges Fehl­verhalten vorzuwerfen. Grob fahr­lässig könnte es für Nach­barn sein, bei einem piepsenden Rauchmelder in der Nach­barwohnung vorschnell die Feuerwehr zu rufen, obwohl man einen Schlüssel für diese Wohnung hat und zunächst selbst nach einer Gefahr schauen könnte. Uns sind keine Fälle bekannt, in denen Anrufer den Einsatz zahlen mussten.

Brandmelde­anlage mit eigenen Regeln

Andere Regeln gelten für direkt mit der Feuerwehr verbundene Brandmelde­anlagen, wie es sie etwa in Schulen oder Arbeits­stätten gibt. Geben sie Fehlarm, sehen die Gesetze der Bundes­länder vor, dass die Betreiber der Anlagen die Einsatz­kosten zu tragen haben.

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