Raucherentwöhnung Test

Verbote allerorten. Sie machen Rauchern das Leben schwer und sind ein Grund mehr für den Einstieg in den Ausstieg. Geeignete Medikamente helfen dabei.

Rauchverbote zeigen Wirkung. Viele Anhänger des blauen Dunstes nehmen den Ausstieg in Angriff. Hersteller von Antiraucherpillen können sich über eine gute Nachfrage freuen. Zum Beispiel der Pharmakonzern Pfizer: Sein Gesamtumsatz mit Antiraucherpräparaten hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt, von 17,2 auf 42,3 Millionen Euro. Dazu beige­tragen haben wohl auch Umsatzzu­wächse bei der Nichtraucherpille Champix – trotz etlicher Berichte über Risiken bei der Einnahme (siehe „Wirkung und Nebenwirkung“).

In Deutschland liegt der Gesamtumsatz mit Antiraucherprodukten bei 32,4 Millionen Euro. Fast die Hälfte entfällt auf Kaugummis als Nikotinersatzmittel (46 Prozent), 29 Prozent auf entsprechende Kapseln oder Tabletten und 25 Prozent auf Pflaster. Die Präparate gelten als „Lifestyleprodukte“, für die Krankenkassen nichts zahlen. Es fragt sich allerdings: Warum eigentlich nicht? Sie könnten ebenso als nützliche Arzneimittel angesehen werden, die helfen, Folgekrankheiten des Rauchens zu senken. Vor allem Pflaster, Kaugummis, Sprays mit Nikotin gelten als geeignet, die Raucherentwöhnung zu unterstützen.

Die zweite wichtige Säule der Entwöhnung sind verhaltenstherapeutische Programme wie zum Beispiel „Nichtraucher in 10 Wochen“, das Volkshochschulen anbieten (siehe auch www.bzga.de). Den meisten Entwöhnungswilligen gelingt es von heute auf morgen, dem blauen Dunst zu entsagen („Punkt-Schluss-Methode“). Das schaffen fast 80 Prozent der Exraucher – aber nur fünf Prozent länger als ein Jahr.

Für starke Raucher: Nikotinpflaster

Raucherentwöhnung Test

Pflaster täglich anwenden – meist drei, nicht länger als sechs Monate.

Für die Entzugsbehandlung sind Nikotinpflaster am besten „geeignet“, weil sie im Blut einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel erzielen. Das immer wiederkehrende Verlangen nach einem Nikotinnachschub lässt sich schrittweise verringern.

Starke Raucher sollten Pflaster bevorzugen. Wer bisher mehr als 20 Zigaretten täglich geraucht hat, kann mit einem Pflaster beginnen, das 21 Milli­gramm Nikotin in 24 Stunden abgibt (Nicotinell 52,5 mg, Nikofrenon 30 mg, NiQuitin 21 mg) oder 15 Milligramm in 16 Stunden (Nicorette 24,9). Waren es weniger als 20 Zigaretten, genügt ein Pflaster, das 14 Milligramm Nikotin in 24 Stunden freisetzt (Nicotinell 35 mg, Nikofrenon 20 mg, NiQuitin 14 mg) oder 10 Milligramm in 16 Stunden (Nicorette 16,6). Wer bei der niedrigen Dosierung deutliche Entzugser­scheinungen spürt, kann auch ein höher dosiertes Nikotinpflaster wählen.

Tipp: Bleiben Sie mindestens eine Woche lang bei der gewählten Nikotindosierung. Ist Ihr Verlangen zu rauchen immer noch groß, können Sie die jeweilige Pflasterstärke auch länger anwenden. Im Allgemeinen sollte die zuerst gewählte Pflaster­stärke drei bis sechs Wochen beibehalten werden (bei Nicorette bis acht Wochen). Wechseln Sie dann zu einem Pflaster mit der nächstniedrigen Nikotindosierung. Das Produkt mit der geringeren Dosis dient dem „Ausschleichen“ aus der Behandlung.

Die 24-Stunden-Plaster werden am Morgen auf eine unbehaarte und nicht eingefettete, saubere, trockene Hautstelle ohne Verletzungen geklebt. Das Pflaster sollte dabei 10 bis 20 Sekunden lang mit der Handfläche auf die Haut gedrückt werden. Am nächsten Morgen wird gewechselt, ein frisches Pflaster aufgeklebt.

Tipp: Waschen Sie sich nach dem Aufkleben gründlich die Hände. Kleben Sie jeden Tag ein neues Pflaster auf eine andere Stellen, sonst gelangt womöglich zu viel Wirkstoff durch die angegriffene Haut ins Blut. Als Klebestellen eignen sich der Rumpf, Oberarm und die obere Hüfte. Nicotinell, Nikofrenon und NiQuitin müssen als Ganzes aufgeklebt werden. Werden sie zerschnitten, nimmt die Wirkung unkalkulierbar ab. Nicht so bei Nicorette: Dieses Pflaster ist anders aufgebaut. Wenden Sie die Pflaster höchstens drei Monate lang an.

Für rasche Wirkung: Kaugummis

Raucherentwöhnung Test

Bei Kaugummis die Dosierung beachten. Geeignet bei „Jieper“ auf Nikotin.

So gleichmäßig wie mit Pflaster lässt sich der Nikotinspiegel mit Kaugummis und Lutschtabletten nicht einstellen. Das Nikotin wird aber über die Mundschleimhaut rasch in den Körper aufgenommen. Damit eignen sich Kaugummis am ehesten bei akutem Drang nach einer Zigarette und zur Unterstützung eines langfristigen Raucherentwöhnungsprogramms.

Das Kaugummi mit vier Milligramm Ni­kotin wird bei mehr als 20 Zigaretten täglich empfohlen. Sie greifen dann nur zu Kaugummi oder Lutschtablette, wenn Sie das Verlangen nach einer Zigarette überkommt.

Die Dosis richtet sich stets nach den bisherigen Rauchgewohnheiten. Wer bisher weniger als 20 Zigaretten täglich geraucht hat, kann es mit niedriger dosierten Zwei-Milligramm-Kaugummis oder -Lutschtabletten versuchen.

Achtung: Vorsichtsmaßnahmen

Beim Beginn der Entzugsbehandlung sollte das Rauchen vollkommen eingestellt werden. Sonst können sich die Nikotindosen aus den Medikamenten und aus dem Tabakrauch in ihrer Wirkung gefährlich steigern. Auch verschiedene Nikotinprodukte sollen nicht gleichzeitig angewendet werden. Nutzen Sie die Produkte auch nicht, wenn Sie schon eine Zeit lang nikotinfrei gelebt haben. Dann liegen keine Entzugserscheinungen vor, für die der Körper Ni­kotin „verbrauchen“ würde. Sie könnten eine Nikotinvergiftung erleiden oder auch rückfällig werden.

Achtung Aufbewahrung: Für Kinder kann Nikotin tödlich sein. Vernichten Sie die Pflaster nach Gebrauch so, dass die Kleinen sie nicht in die Finger bekommen.

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