Ratschläge, nicht nur für Wanderer Meldung

In diesem Gewittersommer kamen etliche Menschen durch Blitzschlag ums Leben. Schutzregeln sind wichtig.

Häufigkeit: In Europa und den USA gibt es jeweils etwa 100 Tote, weltweit 1 000 Tote pro Jahr durch Blitzschlag. Auch ganze Gruppen werden getroffen – so Ende Juni 13 Personen beim „Römerfest“ in Xanten. Sie hatten unter Bäumen Zuflucht gesucht und kamen mit Verletzungen davon.

Folgen: Wird ein Mensch vom Blitz getroffen, wirken 0,02 Sekunden bis zu 100 Millionen Volt auf ihn ein.

Die Stromstärke beträgt mehrere 10 000 Ampere. Geschädigt werden vor allem Nerven, Muskeln, Blutgefäße.

Beispiel: Die DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift berichtet über einen Blitz, der im Riesengebirge fünf Wanderer traf. Bei einem 29-Jährigen war der Blitz am linken Ohr eingetreten. Die Entladung hatte den Körper am rechten Unterschenkel verlassen, wo Haare verbrannten. Der Mann erlitt einen epileptischen Anfall, bekam später Herzrhythmusstörungen und einen Muskelkater. Nach vier Tagen konnte er die Klinik verlassen. Noch ein Jahr später litt er unter Nachwirkungen. Die anderen Wanderer kamen glimpflich davon. Bei einem blieb auf der Brust ein farnkrautähnliches Mal, die „Lichtenberg-Blitzfigur“.

Tipps von Professor Emil Reisinger, Uni Rostock: Den Wetterbericht beachten und Aktivitäten auf die Morgenstunden verlegen. Gewitter treten meist nachmittags auf. Besonders gefährlich sind Bergkämme und Höhenzüge. Keinen Schutz unter großen Bäumen oder bei Sendemasten suchen. Besser: Auf einer Freifläche in die Hocke gehen, die Füße aneinander stellen. Nicht flach auf den Boden legen, das vergrößert die „Angriffsfläche“. Das Handy ausschalten, den Schirm nicht aufspannen. Im Auto keine Metallteile berühren. Erleidet ein Blitzopfer (nach dem Notruf) einen Herzstillstand, muss sofort mit der Herzmassage begonnen werden.

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