Siegel auf Fisch­produkten

Marine Steward­ship Council (MSC)

Ratgeber Fisch­kauf Special

Im deutschen Handel findet sich auf vielen Wild­fisch­produkten das Siegel des Marine Steward­ship Council (MSC), derzeit auf rund 3 300 Produkten. Das blau-weiße Logo soll garan­tieren, dass die gekenn­zeichnete Ware aus nach­haltiger Fischerei stammt. Der MSC wurde 1997 vom WWF und dem Lebens­mittel­konzern Unilever ins Leben gerufen und ist seither unabhängig. Um das MSC-Siegel zu erhalten, müssen Fischerei­betriebe nach­weisen, dass sie nicht mehr Fisch fangen, als nach­wachsen kann. Ihre Fang­methoden sollen angemessen sein, also den Lebens­raum in den Meeren nicht zerstören und möglichst wenig Beifang produzieren. Ob das gelingt, zeigt unser Siegel-Check (test 04/2018), bei dem wir Ziele und Anforderungen des MSC bewerteten und prüften, ob er Produkte mit seinem Logo zurück­verfolgen kann.

Aquaculture Steward­ship Council (ASC)

Ratgeber Fisch­kauf Special

Das türkis­farbene ASC-Siegel ist das Pendant zum MSC-Siegel für Zucht­fisch. Der Aquaculture Steward­ship Council (ASC) hat eigene Stan­dards für bislang sieben Arten entwickelt. Beispiels­weise muss sich der Stand­ort der Aquakultur für die jeweiligen Zucht­fische eignen. Die Wasser­qualität muss einge­halten und Antibiotika dürfen nur unter medizi­nischer Über­wachung an erkrankte Tiere verabreicht werden. Fisch­mehl als Futter und gentech­nisch verändertes Soja verbietet das Siegel allerdings nicht. Das ASC-Siegel hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen und ist derzeit auf knapp 1 000 Produkten in Deutsch­land zu finden.

Natur­land Aquakultur

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Der Bio-Anbau­verband Natur­land vergibt ein Siegel für Produkte aus ökologischer Aquakultur. Das Siegel gibt es mitt­lerweile für folgende europäische Arten: Bachforelle, Regenbogenforelle, Saibling und Atlantischer Lachs, Karpfen, Schleie und Edel­krebs, Miesmuschel, Makroalgen, Dorade, Wolfs­barsch und Adler­fisch. Für außer­europäische Arten gibt es das Siegel bei: Black Tiger Shrimps, Western White Shrimps und Pangasius. Zu den Richt­linien der ökologischen Aquakultur gehört, dass die Betriebe nur Fisch­mehl und -öl verwenden, das aus der Verarbeitung von Speise­fischen stammt. Umliegende Ökosysteme müssen geschützt werden. Vorgeschrieben sind zudem nied­rige Besatz­dichten für die Zucht­fische und der Verzicht auf Gentechnik und Hormone.

Natur­land Wild­fisch

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Der Öko-Anbau­verband Natur­land vergibt auch für nach­haltig gefangenen Wild­fisch ein Siegel. Neben der Erhaltung von Fisch­beständen und Ökosystemen umfassen die Richt­linien soziale Stan­dards wie gerechte Arbeits­bedingungen. Die zertifizierten Projekte befinden sich derzeit in: Viktoriasee, Tansania; Greifs­walder Bodden, Deutsch­land; und im Schutz­gebiet Schalsee, Deutsch­land.

Bioland

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Der Bioland-Verband zertifiziert bislang lediglich Karpfen. Der ist ein Fried­fisch, also ein sich vegetarisch ernährender Fisch, und muss deshalb nicht mit Fischöl oder Fisch­mehl gefüttert werden. Das Siegel zeigt unter anderem an, dass eine geringe Besatz­dichte einge­halten wird. Das Futter soll haupt­sächlich aus dem Nahrungs­aufkommen des Teiches kommen. Pflanzliche Biofuttermittel sollen nur ergänzend zugefüttert werden. Außerdem ist der Einsatz von Hormonen bei der Zucht verboten.

EU-Biosiegel

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Seit Juni 2009 gibt es zudem EU-weite Richt­linien für Bio-Aquakulturen, zu erkennen an dem EU-Bio-Siegel. Sie gelten für Fische, Krebs­tiere und Algen in Salz- und Süßwasser, darunter Lachs, Forelle, Seebarsch und Karpfen. Laut den Regeln soll Arten­vielfalt gewahrt werden, das Laichen mithilfe künst­licher Hormone ist verboten. Das Fisch­futter muss aus ökologischem Anbau sein, kann aber durch Fisch­futter ergänzt werden, das aber aus nach­haltig betriebener Fischerei stammen muss.

Geschützte geographische Angabe (g.g.A)

Ratgeber Fisch­kauf Special

In Deutsch­land dürfen unter anderem der Glück­städter Matjes, die Schwarz­wald­forelle, der Oberlausitzer Biokarpfen, der Holsteiner Karpfen und der Fränkische Karpfen das blau-gelbe EU-Herkunfts­siegel Geschützte geographische Angabe (g.g.A.) tragen. Es zeigt an, dass bei ihnen mindestens eine der Produktions­stufen – Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – im Herkunfts­gebiet durch­laufen wird.

Eine Über­sicht weiterer regionaler Siegel in Deutsch­land finden Sie in der Meldung Das „Regionalfenster“ kommt.

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