Raten­kredite Meldung

Nachdem die EZB den Leitzins auf 0,25 Prozent herab­gesetzt hat, können sich die Geschäfts­banken bei der Zentral­bank so günstig Geld leihen wie noch nie. Doch ob die Banken diesen Vorteil an die Verbraucher weitergeben, indem sie auch bei Raten­krediten das Zins­niveau anpassen, bleibt abzu­warten. Trotzdem ist die Aussicht auf nied­rigere Zinsen ein Anlass, laufende Raten­kredite zu über­prüfen oder eine Umschuldung anzu­visieren.

Prüfe, wer sich bindet

Wer einen Raten­kredit zum Beispiel für Möbel oder ein neues Auto aufnehmen will, sollte mehrere Angebote vergleichen. Durch einen Vergleich der Konditionen verschiedener Anbieter lässt sich Einiges an Zinsen sparen. Aber auch wer schon einen Raten­kredit hat und einen Effektivzins von mehr als 6 Prozent zahlt, sollte prüfen, ob er mit einer Umschuldung nicht Geld spart. Einen aktuellen Über­blick über die Konditionen von bonitäts­abhängigen und bonitäts­unabhängigen Raten­krediten gibt es jeden Monat im Finanztest-Heft in der Rubrik Markt­platz. Eine erweiterte Über­sicht, auch mit verschiedenen Lauf­zeiten und Kreditsummen, finden Sie in unserem Infodokument online. Dieses wird monatlich aktualisiert. Dort können Sie auch Ihre monatliche Belastung bei verschiedenen Effektivzins­sätzen einfach heraus­finden.

Neues Kündigungs­recht

Kreditnehmer mit einem Vertrag, der nach dem 11. Juni 2010 abge­schlossen wurde, haben ein verbessertes Kündigungs­recht. Sie dürfen Raten­kredit-Verträge jeder­zeit kündigen und ganz oder teil­weise zurück­zahlen. Das Datum ist entscheidend, denn für die „alten“ Verträge, die vor dem 11. Juni 2010 abge­schlossen worden sind, gilt weiterhin eine Kündigungs­frist von 3 Monaten. Teilrück­zahlungen darf der Kredit­geber bei diesen Krediten ablehnen. Außer es ist im Vertrag ausdrück­lich anders fest­gelegt.

Vorfälligkeit kann teuer werden

Aber Achtung: Bei den „neuen“ Verträgen mit unmittel­barem Kündigungs­recht darf die Bank eine sogenannte „Vorfälligkeits­entschädigung“ berechnen. Für die vorzeitige Rück­zahlung zahlt der Kreditnehmer dann 1 Prozent des Rück­zahlungs­betrags. Bei Krediten mit Rest­lauf­zeiten von weniger als 12 Monaten ist diese Gebühr auf 0,5 Prozent beschränkt. Wer den Kredit wechseln will, darf diese Entschädigung bei seinen Über­legungen nicht ignorieren. Denn im schlimmsten Fall ist der Wechsel zu einem neuen Kredit mit besseren Zinsen wegen der Kosten für die „Vorfälligkeits­entschädigung“ unterm Strich doch ein Verlust­geschäft.

Tipps

  • Umschuldungs­rechner nutzen. Ob Sie trotz Vorfälligkeit mit dem Wechsel in einen güns­tigeren Kredit sparen, können Sie einfach fest­stellen, mit unserem Umschuldungs-Rechner.
  • Dispo checken. Prüfen Sie, ob Sie regel­mäßig einen teuren Dispositionskredit (Dispo) nutzen. Eine Umschuldung in einen oft güns­tigeren Raten­kredit kann sich dann lohnen.
  • Persönliche Bonität berück­sichtigen. Hinterfragen Sie Werbe­versprechen mit verlockenden Mini-Zinsen. Solche Kredite stehen häufig nur Interes­senten mit besonders guter Bonität offen. Ihre persönliche Bonität könnte sich aber seit dem letzten Vertrags­abschluss geändert haben. Deshalb lohnt es sich, noch einmal Angebote einzuholen und zu vergleichen.
  • Rest­schuld­versicherung miteinbeziehen. Verzichten Sie, wenn möglich, bei einem Raten­kredit auf eine Restschuldversicherung. Zwar gibt es manche Angebote nicht ohne diese Versicherung. Aber lassen Sie sich in jedem Fall die Kosten für die Rest­schuld­versicherung in den Effektivzins miteinrechnen. Erst dann sind die Zins­sätze aus verschiedenen Angeboten vergleich­bar.
  • Kredit­bearbeitungs­gebühren zurück­fordern. Viele Banken haben unzu­lässige Kredit­bearbeitungs­gebühren berechnet und berechnen sie noch. Wenn Sie im Rahmen einer Kredit­vergabe ab 2010 solche Gebühren an Bank oder Sparkasse gezahlt haben, informieren Sie sich hier und fordern Sie Ihr Geld zurück.

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