Ein neues Gesetz bringt Verbrauchern mehr Transparenz und Informationen, wenn sie einen Ratenkredit aufnehmen.

Grundlage. Ab 11. Juni 2010 gelten für Ratenkredite, die Kunden zum Beispiel für Möbel, Unterhaltungselektronik oder ein Auto aufnehmen, neue Regeln. Die wichtigsten Änderungen:

Lockangebote. Banken dürfen künftig nur mit einem Effektivzins werben, den mindestens zwei Drittel der Kunden erhalten. Bisher haben sie mit Konditionen gelockt (etwa „ab 1,9 Prozent“), die – wenn überhaupt – nur Kunden mit bester Bonität bekamen.

Information. Vor Vertragsschluss muss der Kunde über den Zins, die Nebenkosten, das Widerrufsrecht, die Möglichkeit der vorzeitigen Rückzahlung und die Folgen bei Zahlungsverzug schriftlich informiert werden.

Restschuldversicherung. Die Prämie für eine Restschuldversicherung muss mit in den Effektivzins eingerechnet werden. Nur wenn die Bank beweist, dass die Versicherung nicht zwingend für den den Kredit ist, darf sie außen vor bleiben.

Kündigung. Ein Ratenkredit ist jederzeit ohne Frist ganz oder teilweise kündbar. Vorher konnte er erst nach einem halben Jahr mit einer Frist von drei Monaten abgelöst werden.
Allerdings können sich die Banken die durch eine vorzeitige Kündigung entgangenen Zinsgewinne vom Kunden ersetzen lassen. Er muss 1 Prozent der ausstehenden Kreditsumme bezahlen, bei einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten sind es 0,5 Prozent.

Wichtig. Die neuen Regeln gelten nur für Verträge, die nach dem 11. Juni 2010 geschlossen werden und nicht für Förderdarlehen, zinslose Kredite und Kredite unter 200 Euro. Bei Immobiliendarlehen gelten die neuen Regeln für Kündigung und Vorfälligkeitsentschädigung nicht.

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