Ratenkredit Meldung

Die Werbung suggeriert: Jeder Wunsch lässt sich erfüllen. Und wenn die Haushaltskasse leer ist - egal. Wozu gibts denn „Sofortkredite“ zu extrem günstigen Konditionen. Das Problem ist nur: Den Niedrigszins aus der Werbung gibts bei vielen Instituten nur bei 1 A Bonität. Und auch das ist nur Theorie. Eine Stichprobe von Finanztest mit sechs Testkunden zeigt: Praktisch bekommen selbst Kunden mit regelmäßigem Einkommen und festem Arbeitsplatz meist teure Angebote - obwohl sie die monatlichen Raten locker verkraften könnten. Hinzu kommt: Bei über der Hälfte der Angebote ist der Abschluss des Kredits mit einer Restschuldversicherung gekoppelt. Dann wirds noch teurer.

Gute Zahlungsfähigkeit reicht nicht aus

Elf Banken melden Finanztest jeden Monat Zinsspannen für Ratenkredite. In der Werbung nennen sie aber nur den niedrigsten Zinssatz. Beispiel GE Money Bank: Sie wirbt mit einem Zinssatz „ab 5,9 Prozent effektiv, betrags- und bonitätsabhängig“. Der Clou an den Angeboten: Die Banken vergeben die Ratenkredite je nach Kunde zu unterschiedlichen Zinsen. Unklar aber ist, wie die Banken die Zahlungsfähigkeit (Bonität) des Kunden ermitteln. Das zeigt die Stichprobe von Finanztest. In drei Filialen von sechs Banken holte sich jeweils ein Testkunde mit guter Bonität Kreditangebote ein: 5 000 Euro, 60 Monate Laufzeit, keine Restschuldversicherung. Fast alle bekamen einen Zins in der oberen Hälfte der möglichen Zinsspanne angeboten. In zwei Filialen der GE Money Bank lag das Angebot sogar über dem an Finanztest gemeldeten Maximalzins von 10,90 Prozent: 12,87 Prozent sollte der Testkunde für den 5 000-Euro-Kredit zahlen. Fazit: Ratenkredite mit bonitätsunabhängigen Konditionen sind für die meisten Kunden günstiger. Sie sind bereits ab 5,50 Prozent effektiver Jahreszins zu haben.

Restschuldversicherung verteuert den Kredit

Bei über der Hälfte der Angebote war zudem eine Restschuldversicherung erforderlich. Sie soll bei Tod und manchmal auch bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers die restlichen Kreditraten abdecken. Das ist sinnvoll, wenn es sich um einen fünfstelligen Kredit für die eigenen vier Wände handelt und die Familie im Ernstfall mittellos dasteht. Bei kleinen Krediten sichert sie aber vor allem die Bank ab. Durch die Versicherungsbeiträge steigen die tatsächlich zu zahlenden Zinsen und damit die Kreditkosten, wie der Testkompass zeigt. Beispiel ABC Privatkunden-Bank. Sie wollte den Kredit in allen drei Beratungsgesprächen zumindest für den Todesfall absichern. Der Effektivzins stieg dadurch von zunächst angebotenen 9,99 auf tatsächlich zu zahlende 12,14 Prozent. Auch bei Banken, bei denen die Police zwar nicht obligatorisch aber gewünscht ist, kann der zuerst genannte Zinssatz steigen, wenn der Kunde eine Restschuldversicherung verweigert.

Kreditanfrage beeinflusst Scorewert

Besonders ärgerlich für die Testkunden: Im Laufe der Untersuchung verschlechterte sich bei allen der Schufa-Scorewert. Dieser gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Kunden. Schufa bedeutet „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Sie sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. Je niedriger der Scorewert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde seinen Kredit nicht zurückzahlt. Die Banken berücksichtigen ihn bei ihrer Entscheidung zur Kreditvergabe. Anscheinend bewertet die Schufa Kreditanfragen als Risikofaktor, der die Kreditwürdigkeit eines Kunden verschlechtert. Wer will, kann seinen Scorewert bei der Schufa abfragen. Das kostet eine Grundgebühr von 3 Euro plus 1 Euro je Score.

Infodokument:Aktuelle Konditionen für Ratenkredite

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