Rasierer, Epilierer, Enthaarungscremes Test

Im Test überzeugen vor allem Enthaarungscremes. Nassrasierer punkten bei Preis und Gründlichkeit. Epilierer halten am längsten haarfrei.

Vor Jahrtausenden erfüllten Körperhaare noch einen Zweck. Sie wärmten, sie schützten. Urzeitmenschen rückten ihnen schon damals stellenweise mit Steinen oder Muscheln zu Leibe. Und heute? Möchte vor allem die Frauenwelt die noch letzten verbliebenen Körperhaare verbannen – sei es, um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen oder fürs eigene Wohlgefühl.

Gerade in der warmen Jahreszeit wird die Enthaarung zur Routinearbeit im Badezimmer. Anstelle derber Werkzeuge stehen Frauen heute moderne Rasierer und Epilierer zur Verfügung. Wie gründlich, wie hautschonend sind diese meist rosa- und lilafarbenen Geräte? Wir prüften 22 Nass-, Elektrorasierer und Epilierer, dazu sechs Enthaarungscremes. Exemplarisch sahen wir uns auch Kaltwachs an (siehe „Wachs“). Für jedes Produkt hielten 20 weibliche Testpersonen mutig Achseln und Beine her.

Cremes: Keinerlei Hautirritationen

Rasierer, Epilierer, Enthaarungscremes Test

Uns kam es darauf an, Enthaarungsmethoden zu vergleichen. Beim Blick auf die Ergebnisse fällt auf, dass letztlich nur eine Kategorie durchweg überzeugte: Alle sechs getesteten Enthaarungscremes erwiesen sich als „gut“. Egal ob Balea, Pilca oder Veet – die Cremes lösen die ungeliebten Haare wirksam auf. Dafür sorgen die Salze der Thioglykolsäure. Diese schwächen das Keratin, die Hornsubstanz im Haar.

Im Vergleich zum letzten Test sind die Enthaarungscremes besser verträglich, damals kam es zu Rötungen und Juckreiz (siehe test 7/2001). Dieses Mal traten bei keiner Testperson Irritationen auf, auch nicht in den sensiblen Achselhöhlen. Die Cremes riechen inzwischen vergleichsweise angenehm. Zudem wirken sie schneller als früher, Haare lösen sich oft schon nach fünf Minuten. Einen Nachteil gibt es aber: Die Härchen sprießen nach einigen Tagen neu.

Abschneiden oder ausreißen?

Rasierer, Epilierer, Enthaarungscremes Test

Grundsätzlich stehen sich beim Enthaaren zwei Ansätze gegenüber: Soll es das schnelle, unkomplizierte Kappen der Haare sein mittels Creme und Rasierer? Oder das schmerzhafte, dafür lang anhaltende Ausreißen an der Wurzel mithilfe von Epilierer und Wachs (siehe Grafik)? Jede Frau muss selbst entscheiden. Je nach Vorgehen und Veranlagung ist sie ihre Haare wenige Tage oder bis zu vier Wochen los.

Wir fragten unsere Testerinnen, wie sie das Nachwachsen der Haare nach Nutzung der einzelnen Produkte beurteilten. Meist fiel das Urteil befriedigend aus. Mit den Epilierern waren viele Testerinnen jedoch tendenziell zufriedener als mit den Rasierern. Die große Schwäche der Rasur kennen viele nur zu gut: nach kurzer Zeit melden sich pieksende Stoppeln zurück.

Nassrasierer: Beliebt und wirksam

Dennoch greifen Frauen am liebsten zum praktischen Nassrasierer, und das in ganz Europa. Tatsächlich verhelfen die meisten Modelle ohne Probleme zu glatter Haut. Die preiswerte Einwegvariante schlägt sich kaum schlechter als die schickeren, teureren Modelle, die über einen längeren Zeitraum benutzt werden und austauschbare Klingen haben. Beide Einwegmodelle von Wilkinson Sword und Gillette bekommen die Note „gut“. Spezielle Klingen und pflegende Öle wie Jojoba schützen vor Schnittwunden. Auch die raffinierteren Nassrasierer hinterlassen einen soliden Eindruck. Wer sich ein solches Gerät neu zulegt, sollte aber die oft hohen Kosten für Ersatzklingen mit einkalkulieren. Der Gilette Venus Vibrance ist teuer, erreicht aber als Einziger im Test die Traumnote „sehr gut“. Legt man eine Batterie ein, vibriert er. Das soll das Rasieren angenehmer machen – den Testerinnen hat es gefallen. Weniger begeistert waren sie vom Intuition von Wilkinson Sword. Seine Klinge ist in eine seifenartige Substanz eingebettet, die schäumen und pflegen soll. In der Praxis nutzte sich der Seifenblock einseitig ab. Darum rasierte der Intuition nur mittelmäßig, seine Handhabung war die schlechteste im Test.

Elektrorasierer: Weniger gründlich

Elektrische Rasierer für Frauen arbeiten wie jene für Männer mit vibrierenden Klingenblöcken, sind aber einfacher gebaut. Die Anschaffungskosten liegen oft bei 50 bis 60 Euro, im Gegenzug braucht es weder Klingen noch Schaum. Im Test ist sogar der günstigste Elektrorasierer, der Carrera Butterfly, für nur rund 15 Euro, der beste. Die Prüfung offenbart aber ein Minus: Elektrorasierer entfernen Haare weniger effektiv als Nassrasierer. Die Haare werden bei der Trockenrasur ein Stück über der Haut gekappt und sind schnell wieder sichtbar.

Deutsche Frauen holen auf

Lange Zeit lagen deutsche Frauen im internationalen „Enthaarungsvergleich“ hinten. Doch sie holen langsam auf. Unter den 14- bis 39-Jährigen enthaaren sich rund 90 Prozent die Beine, meist zweimal die Woche. Umfragen zufolge werden Achseln noch häufiger enthaart als Beine. Frauen hierzulande greifen am häufigsten zu Nass- und Trockenrasierern, danach erst zu Cremes und dann zu Epilierern und Wachs.

Epilierer: Effektiv, aber lautstark

Südländerinnen benutzen den Epilierer besonders häufig. Bei uns verziehen viele Frauen schmerzerfüllt das Gesicht, wenn sie nur an die rotierenden Pinzetten denken. Doch mit etwas Übung wird das Epilieren erträglicher: Die Haare sollten kurz sein, die betroffene Hautstelle mit einer Hand gestrafft werden. Sind die Haare an der Wurzel gezogen, hat frau für Wochen Ruhe. Sie muss aber aufpassen, dass neue Haare nicht einwachsen (siehe „Tipps“).

Im Test haben je zwei Geräte von Braun und Philips die Nase vorn. Sie sind genauso „gut“ wie einige Nassrasierer, die Anschaffungskosten liegen mit 50 bis 90 Euro aber deutlich höher. Die meisten Punkte für Haarentfernung und Hautschonung erzielt der Philips Satinelle Soft. Im Vergleich dazu epilieren die Modelle von Panasonic und Quelle nur „ausreichend“. Übrigens: Anders als es der Name suggeriert, ist im Philips Satinelle Ice keine Kühlung integriert. Ihm ist lediglich ein Kühlkissen beigelegt.

Nur zehn Prozent der Epilierer am Markt verfügen über Akkubetrieb, im Test der Carrera und Panasonic. Dabei wäre es praktisch, ohne die schweren Netzteile verreisen zu können. Dazu sind die Geräte laut, was eine diskrete Epilation ausschließt.

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