Rasentrimmer im Test Mit Akku leiser als mit Kabel

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Rasentrimmer im Test - Mit Akku leiser als mit Kabel
Wild­wuchs. Gaby K. nutzt ihren Rasentrimmer, um einen Weg durch die Blumenwiese frei zu schneiden.
System­vergleich. Rasentrimmer mit Akku treten in diesem Test gegen Geräte mit Kabel an. © Stiftung Warentest / Michael Koswig

Wer seine Nach­barn gern hat, wählt am besten ein leises Akkugerät. Das schont auch die eigenen Nerven. 6 von 14 Trimmern im Test schneiden gut ab – darunter nur einer mit Kabel.

Rasentrimmer im Test

  • Testergebnisse für 9 Rasen­trimmer mit Akku 05/2020 Anzeigen
  • Testergebnisse für 5 Rasen­trimmer mit Kabel 05/2020 Anzeigen

Gaby K. genießt ihren Garten. Einen Teil nutzt ihre Familie als grüne Spiel- und Liegefläche, einen anderen über­lässt sie als Blumenwiese weit­gehend der Natur. Ein Rasentrimmer kommt in beiden Bereichen zum Einsatz: Am Rand des Zierrasens stutzt er vorwitzige Halme. Und auf der Wiese schneidet er einen kurvenreichen Laufweg frei. Gaby K.: „Um Salbei, Pracht­kerze und Schafgarbe mache ich einen Bogen.“

Aber was sagt die Nach­barschaft dazu? Rasentrimmer sind berüchtigt dafür, dass ihre hoch­tourig jaulenden Motoren oft nervig laut sind. Gaby K. beruhigt: „Im Interesse der Familie und der Nach­barn haben wir extra ein leises Akku-Modell gekauft.“

Unser Rat

Fünf Akkugeräte erzielen ein gutes Qualitäts­urteil: Am güns­tigsten sind die Trimmer von Alko für 105 Euro und Makita für 138 Euro. Die beste Trimm­leistung unter den Kabellosen erzielen Gardena (295 Euro), Husqvarna (279 Euro) sowie Stihl (249 Euro, laut Anbieter ein Auslaufmodell). Von den Geräten mit Kabel schneidet nur der Stihl (89 Euro) gut ab – auch weil er vergleichs­weise leise ist.

Lauter als Elektro-Rasenmäher

Eine gute Entscheidung, wie der Test zeigt: Neun Akku-Trimmer treten gegen fünf mit Kabel an. Am Ende schneiden fünf Geräte mit Akku gut ab, aber nur eins mit Kabel. Ihre Trimm­leistungen – also die Rasenfläche, die sie in einer bestimmten Zeit schaffen – sind oft eindrucks­voll. Auch Wild­wuchs ist für sie kein Problem. Andere Geräte im Test aber lassen Blumen ums Über­leben zittern, eines provoziert sogar Rücken­schmerzen. Der größte Kontrast zeigt sich in der Laut­stärke.

Einige Kabel-Trimmer sind lauter als Elektro-Rasenmäher. Hinzu kommt, dass unsere Akustik­experten und Nutzer die Geräusche oft als besonders unangenehm beur­teilen. Die Akku-Trimmer arbeiten meist deutlich leiser und nerven weniger. Praktisch sind sie oben­drein: kein störendes Kabel, schnell einsatz­bereit und die Energiespeicher der Geräte, die wir gekauft haben, lassen sich jeweils auch in andere Garten- und Heim­werk­ergeräte desselben Herstel­lers einsetzen.

Gute Akkus schaffen 20 Minuten

Voll geladen sensen die Trimmer mit gutem Akku rund 20 Minuten, der sehr gute Gardena-Batterie­pack trimmt die größte Fläche. Am unteren Ende der Skala stehen Bosch und Black+Decker mit rund 10 Minuten, Letzterer muss danach mindestens ver Stunden ans Ladegerät.

Tipp: Preise für einen Zusatz­akku finden Sie in der Tabelle. Sparen können Sie, wenn Sie weitere Gartengeräte des gleichen Systems kaufen und die austausch­baren Akkus im Wechsel nutzen.

6 000 Meter – ohne Ausfall

Rasentrimmer bestehen aus einem langen Griff, an dessen Ende ein Elektromotor sitzt. Der lässt Kunst­stoff­fäden so schnell rotieren, dass sie Grasstängel kappen. Im Halt­barkeits­test erwiesen sich alle Geräte als unver­wüstlich: Sie über­lebten Strapazen, wie sie beim Schneiden von 6 000 Meter langen Gras­streifen auftreten. Das entspricht Belastungen, die Hobby­gärtner erst im Laufe vieler Jahre zuwege bringen.

Tipp: Achten Sie auf gute Test­ergeb­nisse, damit Sie sich nicht jahre­lang über einen Fehlkauf ärgern müssen.

Blumen­tod und krummer Rücken

Rasentrimmer im Test - Mit Akku leiser als mit Kabel
Links: Zu kurz. Greenworks lässt sich nicht verstellen – es drohen Rücken­schmerzen.
Rechts: Schutz­los. Der Drahtbügel vom Bosch ART 27 ist zurück­gerutscht, so dass der Faden hervorragt und Blumen kappen kann. © Stiftung Warentest

Auf den ersten Blick sehen alle Trimmer recht ähnlich aus. Doch unsere Tester ermittelten große Unterschiede, die das Arbeiten in der Praxis erleichtern oder erschweren. Hohes Ärger­potenzial offen­barte der Trimmer von Greenworks: Er verfügt über keine Möglich­keit, ihn individuell einzustellen. Kritik eines groß­gewachsenen Prüfers: „Da kam ich mir etwas primatenhaft vor.“ Auf Dauer tut das dem Rücken nicht gut.

Kummer bereiten auch versehentlich abge­säbelte Blumen. Viele Trimmer haben einen klapp­baren Pflanzen­schutz­bügel als Abstandhalter. Fehlt er, wie bei Greenworks oder Ryobi, müssen Blumenfreunde bangen. Beim Bosch ART 27 schützt der Bügel unzu­verlässig: Er sitzt zu locker und kann verrutschen, sodass die Mähfäden darüber hinaus­ragen und Blumen kappen.

Unnötig verstreuter Plastikmüll

Mit der Zeit spleißen Mähfäden oder brechen ab. Nach­schub liefert eine Spule. Die meisten Trimmer führen den Faden nur bei Bedarf nach: auto­matisch, auf Knopf­druck oder indem das Gerät auf den Unter­grund getippt wird (siehe Foto So haben wir getestet). Drei Modelle liefern Faden bei jedem Start nach, auch nach kürzesten Pausen und wenn der alte Faden noch intakt ist.* Der so unnötig verstreute Plastikmüll ist zwar kein großes Umwelt­problem, aber unschön. Oben­drein kosten Ersatz­spulen oft um die 10 Euro.

Tipp: Trimmen Sie möglichst selten an Ecken und Kanten von Steinen, um die Mähfäden nicht zu sehr zu strapazieren.

Vorsicht Quer­schläger

Die Fäden schleudern nicht nur gekappte Pflanzen­teile über den Rasen, sondern oft auch Sand und Steinchen – etwa bei Unebenheiten oder senkrechten Schnitten. Wichtig daher: keine Zuschauer in der Nähe, feste Schuhe, lange Hose und eine Schutz­brille, die Augen auch seitlich schützt. Beim Fotoshoo­ting mit Gaby K. entstanden einige Aufnahmen mit normaler Brille. Prompt landete Sand im Auge – zum Glück ohne bleibende Schäden.

*Korrigiert am 18. Mai 2020

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

undnocheinnutzername am 20.11.2021 um 14:28 Uhr
Makita DUR181RF ? Pflanzenschutzbügel

Im Test ist der Schutz von Pflanzen des Makita DUR181RF mit "+" bewertet (für uns ein wichtiges Kriterium), der Bügel scheint aber fest zu sein und sich nicht ausziehen zu lassen und würde so nur dem Schutz des Schneidkopfes zu dienen und wäre für den Schutz von Pflanzen nutzlos.
In der Bedienungsanleitung steht auch nichts dazu.

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.11.2021 um 14:39 Uhr
Plastikfaden

@undnocheinnutzername: Bitte fragen Sie direkt beim Anbieter, ob man den Plastikfaden austauschen darf.

undnocheinnutzername am 05.11.2021 um 10:28 Uhr
Faden: ? Draht oder Stahlseil statt Plastik

@Stiftung_Warentest:
Zu den in der Natur zurückgelassenen Fadenresten schreiben Sie:
"Der […] verstreute Plastikmüll ist zwar kein großes Umweltproblem"
Könnten Sie das erläutern?
Wir versuchen naturnah zu Gärtnern und Plastik im Garten zu vermeiden.
Insbesondere, da das Mikroplastikproblem in den Böden mindestens genauso groß ist wie in den Meeren, auch wenn das noch nicht so ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist.
Trotzdem brauchen wir eine Motorsense und möchten ein Gerät mit Akku und die gibt es nicht mit Metallmesser.
Kann man statt eines wie auch immer nachrückenden Plastikfadens auch einen alternativen Kopf mit einem fest installierten Metalldraht oder dünnen Stahlseil nehmen?
Mit freundlichen Grüßen & herzlichem Dank im voraus

Profilbild Stiftung_Warentest am 12.08.2021 um 13:50 Uhr
Bewertung Schadstoffe

@feinast: Das Griffmaterial analysierten wir auf Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Phthalate und kurzkettige Chlorparaffine. Wenn die Grenzwerte von uns als befriedigend eingeordnet sind und es bei Sparte „Umwelt und Gesundheit“ nicht zu einer signifikanten Abwertung gekommen ist, ist kein Grenzwert in unzulässiger Weise überschritten worden. Weitere Informationen stehen immer unter "So haben wir getestet". (RN)

feinast am 04.08.2021 um 11:59 Uhr
Leider kein seriöser Test

Leider konnte ich nirgends finden, welche Schadstoffe nun konkret bei einem Urteil Befriedigend gefunden wurden.
Ich habe das Gefühl die Qualität der Tests hat nachgelassen, da konkrete Ergebnisse, die zu einer bestimmten Abwertung führen, fehlen.
Da wird dann u.a. von Prüfung durch Experten gesprochen.
Das sind dann leider keine seriösen Tests mehr, da sie nicht nachvollziehbar sind und die konkreten Eigenschaften fehlen.
Auch bei z.B. den Versicherungsvergleichen fehlen Angaben zu den konkreten Leistungen der Versicherer. Das zieht sich leider über alle Tests von Stiftung Warentest. Die Ergebnisse sind nicht validierbar.
Damit reiht sich Stiftung Warentest leider in die weit verbreiteten nicht nachvollziehbaren unseriösen Werbetests ein.