Rasenmäher Test

Es gibt keinen Grund, die kleinen Mähmaschinen über den grünen Klee zu loben. Das Testergebnis ist sehr durchwachsen.

Der deutsche Gartenfreund sieht das Gras gern wachsen, den regelmä­ßigen Rasenschnitt empfindet er als lästige Pflicht. Sogar in der Saison ist der Rasenmäher meist ein Gerät im Wartestand. Er wird oft erst aus dem Schuppen oder der Garage gezerrt, wenn die Grashalme mehr als knöchelhoch stehen.

Das Testergebnis der zehn Elektro- und sieben Benzinrasenmäher spornt auch nicht gerade an, die rotierende Sichel mit Vergnügen über die grüne Grasfläche zu schieben. Ein einziger Benzinmäher, der Honda HRX 426C PD, kann sich mit einem „guten“ test-Qualitätsurteil schmücken. Doch gleich fünf Mäher absolvierten den Test mit der Note „mangelhaft“. Ein Grund: schwere Sicherheitsmängel, die zu Abwertungen führten. Mittelmaß bei Mähen und Handhabung bestimmte die meisten getesteten Modelle. Auch ein höherer Preis ist keine Garantie für ein überdurchschnittliches Gesamturteil.

Billig verarbeitet

Rasenmäher Test

Wolf-Garten CompactPlus: Eine Prüfkugel hat das Gehäuse durchstoßen.

Auf den flüchtigen Blick sehen viele Rasenmäher-Gehäuse poppig bunt aus, aber auch wenig robust und recht billig verarbeitet. Dass der erste Eindruck oft nicht trügt, zeigt das Resultat unserer Sicherheitsprüfung. Dabei werden mit Druckluft Stahlkugeln ins laufende Messer gehoben. Diese Wurfkörper mit einem Durchmesser von 1,3 und 0,63 Zentimetern ahmen im Gras liegende Steine nach, die beim Mähen oft schnell übersehen und überfahren werden. Wenn ein Stein ins Messer gerät und voll erwischt wird, schleudert ihn das Sichelmesser mit enormer Kraft an das Gehäuse.

Alle Sichelmäher laufen mit maximal 2 800 bis 3 000 Umdrehungen pro Minute. Die Messeraußenkante erreicht dann Geschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometer. Im Test beschädigten die Prüfkugeln nicht nur das Kunststoffgehäuse und den Grasfangkorb. Die Metallge­schosse durchschlugen sie sogar – und zwar beim Brill evolution, Einhell, Otto Hanseatic, Quelle und Wolf-Garten CompactPlus (siehe Fotos).

Zugegeben, das ist eine harte Normprüfung. Aber für den Hobbygärtner kann es schmerzhaft sein, wenn ihn die aus dem Rasenmäher herauskatapultierten Steine an den Füßen oder Beinen treffen.

Tipp: Vor dem Mähen Steine aufheben, die auf dem Rasen liegen. Auch auf in den Boden eingelassene Rohrhülsen für die Wäschespinne oder den Sonnenschirm achten. Stets festes Schuhwerk tragen. Niemals ohne geschlossene Heckklappe mähen, wenn kein Grasfang anmontiert ist.

Lärmmacher hinterm Gartenzaun

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Typenschild: Ausgewiesener Geräuschpegel.

Ob der neue Rasenmäher ein Ruhestörer ist, zeigt schon beim Kauf ein Blick aufs Typenschild (siehe Foto). Erfreulich: Bis auf den Gardena easy Move liegen die von uns gemessenen Geräuschpegel bei allen Testmodellen unter den auf den Typenschildern ausgewiesenen. Die leisesten unter den Elektromähern sind Alko und Wolf-Garten 2.32. mit gut 84 Dezibel. Mit Ausnahme des Bosch überschreitet kein mit Strom betriebener Mäher 90 Dezibel. Die größten Lärmmacher im Test sind die Viertakt-Benziner von Bauhaus und Obi mit rund 94 Dezibel.

Die Lärmschutzvorschrift für Geräte im Freien („Outdoor-Richtlinie“) sieht für Rasenmäher einen Richtwert von 94 Dezibel vor. Er übertrifft den Grenzwert von 85 dB(A) am Ohr, ab dem am Arbeitsplatz ein Gehörschutz getragen werden soll. Beim Rasenstutzen mit einem der getesteten Benziner empfiehlt sich demnach auch ein Schutz für die eigenen Ohren.

Tipp: Um Ärger mit Nachbarn zu vermeiden, sollten Sie sich an die Ruhezeiten halten. Sie gelten für Rasenmäher an allen Werktagen von 20 bis 7 Uhr und am gesamten Sonn- und Feiertag. Der Samstag ist von der Geräte- und Maschinenlärmverordnung nicht geschützt. Städte und Gemeinden, zum Beispiel mit Kurbetrieb, aber auch Kleingartenvereine können die Mindestruhezeiten für ihr Gebiet verschärfen und Lärmpausen über die vorgeschriebenen hinaus festlegen.

Auf die Frage nach der Höhe der Energiekosten fürs Rasenmähen können wir eine erfreuliche Antwort geben: Für eine 500 Quadratmeter große Rasenfläche, die 20 Mal im Jahr – etwa wöchentlich in der warmen Jahreszeit – gestutzt wird, liegen die jährlichen Stromkosten bei Elektromähern zwischen 1 und 2 Euro und die Benzinkosten zwischen 8 und 12 Euro. Verglichen mit den gesamten Energiekosten im Haushalt ist das sehr bescheiden.

Erfolge beim Grasfang

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Einhell: In der Festigkeitsprüfung durchlöchern Prüfkugeln den Grasfangkorb.

Wir prüften mit einer Kehrmaschine, ob die Mäher das Gras sauber einsammelten. Das schafften alle gut. Kraft und manchmal auch etwas Geduld kostet es den Rasenpfleger, wenn die Kunststoffbox oder der Fangsack nach wenigen Bahnen schon voll ist mit Grasschnitt. Abnehmen und Leeren des Fangkorbs ist nicht immer im Handumdrehen getan. Ein großer Grasfänger, zum Beispiel für 70 Liter beim Hornbach oder 63 Liter beim Obi, spart häufiges Entleeren. Er ist aber unhandlicher und schwerer als die 30-Liter-Box des Gardena-Mähers. Teilweise recht mühsam war das Auskippen des Grasbehälters: Mal waren die Griffe kantig, mal die Griffmulden unhandlich – oder der zweite Griff fehlte.

Unter den Elektrogeräten mäht nur der Hornbach „sehr gut“. Mit trockenem und feuchtem Rasen kommen auch die Benziner von Sabo, Viking und Wolf-Garten CompactPlus hervorragend zurecht. Alle vier beendeten den Test aber bestenfalls mit einem „befriedigenden“ Gesamturteil: Sie zeigten in anderen Prüfpunkten Schwächen oder Mängel.

Schadstoffe in den Griffen

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Berührungsschutz: Die rotierende Sichel ist nicht mehr vollständig umschlossen.

Bei den Mähern von Hornbach und Sabo sind es hauptsächlich problematische Weichmacher in den Griffen. Wir untersuchten die Griffmaterialien und stellten unterschiedlich hohe Anteile von Phthalaten, auch das Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) fest. Zumindest im Tierversuch beeinträchtigt DEHP die Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit. Die Stoffe können über die Haut vom Körper aufgenommen werden. Wer diese Risiken vermeiden will, sollte Gartenhandschuhe anziehen.

Höhere Werte polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) enthielten die Griffe der Einhell- und Obi-Mäher. PAK sind Gemische aus vielen Einzelstoffen, von denen einige – wie Benzo(a)pyren – für den Menschen als krebserzeugend gelten. Beim Einhell war der Schadstoffgehalt so hoch, dass man die Stoffe schon riechen konnte. Das mussten wir mit „mangelhaft“ bewerten.

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