Rasenmäher Test

Wer stutzt das Rasenstück am besten: Elektro-, Akku- oder Handmäher? Wir haben alle auf die Grasbahn geschickt, doch nicht alle sind im grünen Bereich angekommen.

Längst ist der Rasen verrottet, den wir gemäht haben. Um die Testergebnisse der Rasenmäher pünktlich zur Gartensaison veröffentlichen zu können, haben wir schon im Herbst nach einer passenden Rasenfläche gesucht und bei einem Fußballverein der Kreisliga einen Treffer gelandet: Er überließ uns seinen Trainingsplatz. Dort durften die 17 Elektro-, Akku- und Handmäher auf einer Grünfläche von 3 000 Quadratmetern die Grashalme stutzen.

Nachdem der Rasen hoch genug gewachsen und ausreichend trocken war, rückten wir an mit den Mähern, mit Kabelrolle, Meterband und Protokollbuch. Platzwart und Balltreter begleiteten unsere mehrtägige Aktion mit kritischen Kommentaren vom Testfeldrand. Jeden Rasenmäher führten unsere drei Tester über Streifen von 4 mal 25 Meter. Die rotierenden Sichelmesser der Elektromäher kürzten die Halme von 8 auf 4 Zentimeter, die Spindeln der Handmäher von 5 auf 3 Zentimeter. Zwei Tage nach dem Massenmähen grasten unsere Experten die Testbahnen ab, begutachteten genau das Schnittbild – und fanden Unterschiede.

Rewe mit dem schlechtesten Schnitt

Den schlechtesten Schnitt lieferte der Elektromäher von Rewe, für 55 Euro der billigste und der einzige „mangelhafte“ im Test. Für hohen Rasen war er zu schwach. Und bei feuchtem Gras landeten die Halme nicht im Fangkorb. Sie blieben auf der Rasenfläche liegen oder klebten innen am Gehäuse. Auch auf trockenem Rasen, der leichtesten Übung, schleuderte er zu viel seitlich her­aus oder blies das Gemähte durch die Lüftungsschlitze des Korbs. Zwangspausen mussten wir einlegen, weil sich immer wieder mal ein Rad löste.

Sabo und Gardena am besten

Mehr Erfolg hatten wir mit dem Sabo 36 EL. Der Allrounder erzielte bei allen Praxistests das beste Schnittbild und am Ende auch das beste test-Qualitätsurteil „gut (1,8)“. Durch den großen Grasfangkorb ging die Arbeit schnell von der Hand. Er ist der einzige Mäher mit einem Metallgehäuse und mit gut 20 Kilogramm auch relativ schwer, aber dennoch auffallend leichtgängig und wendig zu schieben, weil die Räder auf Kugellagern laufen. Mit 400 Euro war der Sabo der zweitteuerste auf dem Testrasen.

Mit dem teuren Sabo kann es aber auch der Gardena Elektromäher 38 E easyMove knapp aufnehmen, der nur 249 Euro kostet. Er schafft das test-Qualitätsurteil „gut (1,9)“. Sein ungewöhnliches Lenksystem und seine drehbaren Räder erfordern jedoch etwas Übung und teilweise auch Kraft. Er ist relativ schwer und außerdem beim Transport ziemlich unhandlich.

Handmäher als Alternative

Für die kleine Rasenfläche hinterm Reihenhaus oder unter Obstbäumen bieten sich zwei der Spindelmäher als echte Alternative an. Der „gute“ Handmäher Gardena 380 erfordert wenig Muskelkraft. Aber man muss mit ihm jede Woche mähen, um die Halme kurz zu halten. Spindelmäher brauchen trockenen, kurzen Rasen. Trotzdem kamen die Gardena-Mäher auch mit feuchtem und mit höherem Gras zurecht. Beide Gardena-Geräte liefern ein besseres Schnittbild als die übrigen Handmäher.

Der zweite „gute“ Spindelmäher, der Gardena 380 AC, wird mit einem Blei-Akku betrieben und nur im Notfall per Hand. Die Kapazität seines Akkus ist höher als die der anderen Akkumäher im Test. Er mäht 200 Quadratmeter pro Ladung, hat aber die längste Ladezeit. Außerdem kann der Blei-Akku nur im Gerät geladen werden. Wer in der Laube keine Steckdose hat, muss deshalb den Mäher samt Akku mit nachhause schleppen. Der Ausbau des Akkus für eine frostfreie Lagerung im Winter, die wir empfehlen, ist umständlich.

Tipp: Achten Sie schon beim Kauf eines Akkumähers unbedingt darauf, dass sich der Akku außerhalb des Geräts laden lässt.

Akkumäher sind nicht Spitze

Dass Akkumäher das Nonplusultra der Rasenschnitttechnik sind, hat der Test auch mit den neuartigen Lithium-Ionen-Akkus nicht bewiesen. Die Akkugeräte mähten meist durchschnittlich, lagen aber im Preis weit über dem Durchschnitt. Der Wolf-Garten Hybrid Power für 800 Euro kam mit kurzem Gras „befriedigend“ zurecht. Bei hohem Rasen stieß der Motor an seine Grenzen. Der Lithium-Akku lässt sich mit wenigen Handgriffen herausnehmen. Aber die Ladezeit außerhalb des Mähers ist mit reichlich 7,5 Stunden lang. Im Mäher ist der Akku in 1,5 bis 2,5 Stunden vollgeladen. Vorteil dieses Hybridmähers: Er ist mit Strom aus dem Akku, aus dem Netz oder auch beidem gleichzeitig betriebsbereit. Er empfiehlt sich für größere, verwinkelte Gärten.

Rasenmäher Test

Bei beiden Bosch-Rotak-Mähern brach im Dauertest die Halterung der hinteren Achse.

Mit dem Bosch Rotak 37 Li lässt sich Rasen aller Art kraftvoll und zügig kürzen. Er schaffte bei uns 150 Quadratmeter in einem Rutsch. Die kurze Akkuladezeit im Gerät von knapp einer Stunde ist erfreulich, denn ein Zweitakku kostet mehr als die Hälfte des Preises für ein neues Rotak-Gerät. Der Ausbau des Lithium-Ionen-Akkus ist ziemlich fummelig.

Tipp: Lassen Sie die Akkus nie wärmer als 40 Grad werden. Im Sommer die Akkus ausbauen und kühl lagern. Stark schwankende Temperaturen verursachten einen Kapazitätsrückgang um bis zu 17 Prozent.

Die beiden Bosch Rotak-Mäher scheiterten in der Rüttelprüfung. Damit stellen wir das Ziehen der Mäher über flache Steinstufen oder das Anstoßen an feste Weg- oder Beeteinfassungen nach. Bei beiden Rasenmähern brach die Halterung der Hinterachse. Inzwischen ist die Achsaufhängung laut Bosch verändert worden.

Rasenmäher Test

Akku-Mäher haben einen Sicherheitsschlüssel, ohne den man sie nicht starten kann. Beim Wolf-Garten-Hybrid-Mäher ist er links unten zu sehen.

Beim Test vor zwei Jahren (siehe Test Rasenmäher 2007) gab es noch zahlreiche Ausfälle bei der Sicherheitsprüfung. Die Kunststoffgehäuse der geprüften Mäher wehrten die mit Druckluft ins laufende Sichelmesser gehobenen Stahlkugeln, die im Gras liegende Steine simulieren sollen, dieses Mal besser ab.

Nach unserer Mähaktion hatten auch die Nachbarn des Trainingsplatzes ihre Favoriten gefunden: die Handmäher. Die waren hörbar leiser als die Elektromäher. Am lautesten dröhnte der Zeus.

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