Räucherlachs Test

Räucherlachs ist ein gern gesehener Gast auf Fest­tags­büfetts. Pünkt­lich zum Jahres­wechsel hat die Stiftung Warentest 20 geräucherte Zucht- und Wildlachs­produkte untersucht, darunter preis­werte vom Discounter und teure von der Bedien­theke. So unterschiedlich wie die Preise war auch die Qualität der Produkte: Die Test­ergeb­nisse reichen von sehr gut bis mangelhaft. Erstaunlich: Testsieger ist ein Zucht­lachs vom Discounter, der nur nur ein Zehntel kostet vom Luxus-Lachs.

Discounter- und Luxus-Räucherlachs über­zeugen

Sowohl im Test als auch auf dem Büfett gilt: Wie Räucherlachs ankommt, ist vor allem eine Frage von Aussehen, Geruch und Geschmack – alles Kriterien, die die Tester bei der sensorischen Prüfung bewerten. Acht Produkte schneiden sensorisch gut ab, drei sogar sehr gut. Darunter auch der teuerste – ein Wildlachs­filet für 16,80 Euro je 100 Gramm. Testsieger ist aber ein Zucht­lachs vom Discounter für 1,65 Euro je 100 Gramm. Welche Räucherlachs­produkte die Nase vorn haben, zeigt die Tabelle, wenn Sie den Test frei­schalten.

Bakterien verderben den Genuss

Alle Produkte im Test tragen ein Verbrauchs­datum, bis zu dem der Lachs spätestens verzehrt sein sollte. Eigentlich müssten die Produkte bis zu diesem Tag mikrobiologisch unauffäl­lig sein. In unserem Test war das zweimal nicht der Fall. In allen Packungen des Räucherl­achses von Aldi Süd/Norfisk fanden die Tester am Verbrauchs­tag eine erhöhte Zahl Enterobakterien. Krankmachende Keime waren nicht darunter. Enterobakterien können aber ein Hinweis auf Hygienemängel sein. Ein anderes Bakterien­problem hatte der Räucherlachs von Norfisk Delikatessen: In einer Packung konnten die Tester Listerien nach­weisen. Das Produkt hätte so nicht verkauft werden dürfen. Listerien sind für gesunde Erwachsene in der Regel unpro­blematisch. Für Schwangere, Neugeborene oder Immun­geschwächte können sie aber gefähr­lich werden. Mehr lesen Sie in unseren Tipps.

2 von 4 Wildlachs­produkten enthielten Fadenwürmer

Anders als Zucht­lachs ist Wildlachs oft mit Parasiten aus dem Meer befallen, so auch zwei der vier Wildlachs­produkte im Test. Im Fleisch waren tote Fadenwürmer enthalten, Nema­toden genannt. Diese Wurmleichen sind nicht gesund­heits­gefähr­dend, aber unappetitlich. Bei einem der zwei betroffenen Wildlachs­produkte stuften die Tester die Anzahl der Nema­toden als ekel­erregend ein. Die Folge: mangelhaft im Qualitäts­urteil.

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