Sie sind erholsam, preiswert und gut für die Figur. Kein Wunder, dass Fahrradreisen Rückenwind haben. Wir geben Tipps für einen gelungenen Urlaub im Sattel.

Der letzte Sommer war zwar mies, den Fahrradtourismus konnte er aber nicht ausbremsen. Im Gegenteil: Mit 2,45 Millionen hat die Zahl der Fahrradreisenden gegenüber dem Vorjahr sogar um fast neun Prozent zuge­legt. Auch für die nächsten Jahre planen immer mehr Deutsche einen kurzen oder längeren Trip im Fahrradsattel.

Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, sich im Urlaub abzustrampeln. Die Palette reicht von eintägigen Touren mit dem Mietrad über selbst organisierte Fahrten in kleinen Gruppen bis hin zur Fahrradstudienreise mit Komplettservice. An Pauschalangeboten herrscht kein Mangel – ob mit Gepäcktransport oder ohne, geführt oder ungeführt, sportlich oder gemütlich, mit dem eigenen Rad oder mit dem des Veranstalters.

Pauschalangebote

Die kommerziellen Radtouren werden grundsätzlich in zwei Varianten angeboten: geführt und ungeführt.

Bei den geführten Touren braucht sich der Gast um fast gar nichts zu kümmern. Die Veranstalter übernehmen die gesamte Organisation. Sie stellen die Räder und reservieren Unterkünfte und Restaurants. Ein oder zwei Reisebegleiter führen die Gruppe, organisieren Besichtigungen, kümmern sich um das Picknick im Grünen und transportieren das Gepäck im Begleitbus – und manchmal auch einen müden Radler.

Teilnehmer an ungeführten Touren fahren entweder allein, mit der Familie oder mit Freunden. Sie bekommen lediglich Landkarten in die Hand gedrückt, auf denen die Radrouten eingezeichnet sind, die sie von Ort zu Ort führen. Der Veranstalter – oft auch regionale Fremdenverkehrsämter – übernimmt auch hier die Hotelbuchung und den Gepäcktransport.

Organisierte Radreisen bekommt man in der Regel nicht zum Schnäppchenpreis, denn Service und Komfort müssen bezahlt werden. Und auch eine gute Spürnase ist wichtig, um aus dem unübersichtlichen Angebot das Richtige her­aus­zufischen. Wer eine Radtour buchen will, findet im Reisebüro meist nur die Angebote der großen Veranstalter wie Dertour und Ameropa sowie Studienreisen, zum Beispiel von Studiosus oder Gebeco.

Tipp: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club und Rückenwind Reisen stellen in der Broschüre „Radreisen 2005“ rund 130 Radreisen in Deutschland, Europa und weltweit von 73 renommierten Veranstaltern vor. Die Broschüre gibt es kostenlos bei Rückenwind Reisen, Stichwort „Gemeinschaftskatalog“, Industriehof 3, 26133 Oldenburg, Telefon 04 41/4 85 97 30. Das etwas erweiterte Angebot mit 82 Radreiseveranstaltern ist unter www.radreisen-online.de zu finden.

Selbst organisierte Touren

Die meisten Radurlauber organisieren ihre Tour selbst und machen sich auf eigene Faust auf den Weg. Wenn sie nicht gerade ein Abenteuer werden soll, muss die Reise gewissenhaft vorbereitet werden. Für die Streckenplanung benötigt man zunächst eine aktuelle Karte, am besten im Maßstab 1 : 50 000. Wer keine Überraschungen erleben will, sollte sich an erprobte Routenvorschläge halten.

Überschätzen Sie sich nicht. Tagesetappen von 30 bis 70 Kilometer sind vollkommen ausreichend. Starten Sie möglichst früh und planen Sie Pausen für Besichtigungen und zum Ausruhen ein. Reservieren Sie die Hotels im Voraus, damit abends nach der Etappe nicht noch eine aufreibende Hotelsuche ansteht.

Tipp: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club gibt einen Führer heraus mit über 3 400 radfahrerfreundlichen Gastbe­trieben, vom Sterne-Hotel bis zur Jugendherberge. Der Radführer „Bett&Bike Deutschland“ kostet 11,90 Euro (Regionalführer 6,50 Euro). Er ist im Buchhandel (Verlag Esterbauer, Reihe bikeline) und beim ADFC, Bahnhofsplatz 14a, 28195 Bremen, Telefon 04 21/34 62 90 erhältlich. Bei der Bestellung kommen noch drei Euro Versandkosten hinzu. Das Verzeichnis der Unterkünfte kann unter www.bettundbike.de kostenlos eingesehen werden.

Elberadweg ist der Favorit

Kaum ein Land lässt sich so gut per Fahrrad erkunden wie Deutschland. Denn nirgendwo gibt es so viele Radfernwege wie hier. Und das in ganz unterschiedlichen Landschaften. Das reicht von Küstenwegen an der Nord- und Ostsee über Heide-, Wald- und Auenlandschaften in Niedersachsen sowie Wanderwegen entlang der großen deutschen Flüsse bis zu Hochgebirgstouren in den Alpen.

Zum beliebtesten Radfernweg in Deutschland wählten ADFC-Mitglieder den Elberadweg. Auf den Plätzen folgen der Weserradweg, der Donauradweg, das Altmühltal und der Oder-Neiße-Radweg. Zur beliebtesten Radreiseregion wurde Mecklenburg-Vorpommern gewählt, gefolgt von Franken und Bayern. Brandenburg verbesserte sich auf Platz vier.

Im Ausland radeln die Deutschen am liebsten in der Schweiz, in den Niederlanden, in Österreich und in Frankreich (Provence). Die beliebtesten Radfernwege im Ausland sind der Donau-, der Inn-, der Rhein- und der Tauernradweg.

Satellitennavigation

Auch im Radtourismus hält das Global Positioning System (GPS) Einzug. Die Satellitennavigation ermöglicht eine optimale Orientierung. Tourismusregionen wie Mecklenburg, das Münsterland, die Bike-Arena Sauerland sowie in der Schweiz und in Österreich bieten zunehmend GPS-gesteuerte Rad- und Mountainbiketouren an. Damit halten Radler immer den richtigen Kurs.

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