Seit 1. April gelten in Japan deutlich schärfere Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel: Pro Kilogramm dürfen maximal 100 Becquerel Cäsium vorkommen, zuvor war das Fünffache erlaubt. Für Trinkwasser, Babynahrung und Milchprodukte gelten noch strengere Werte. Die EU übernimmt diese Grenzwerte für Ware, die sie aus Japan importiert. Die Organisation Foodwatch übt dennoch Kritik an der EU: Sie habe ein „Grenzwert-Chaos“ angerichtet. Der Grund: Für radioaktiv belastete Produkte aus anderen Ländern – etwa aus der EU oder der Region rund um Tschernobyl – gelten weiterhin die seit 1986 gültigen, weniger strengen Grenzwerte der so genannten Tschernobyl-Verordnung. Diese sind mindestens sechsmal so hoch wie die Grenzwerte in Japan. Tatsächlich dürfen radioaktiv belastete Lebensmittel aus der Ukraine oder Weißrussland – die am stärksten vom Reaktorunfall in Tschernobyl betroffenen Gebiete – bis zu 600 Becquerel Cäsium pro Kilo enthalten, um im EU-Raum in den Handel zu gelangen. Selbst in der Ukraine und in Weißrussland gelten strengere Grenzwerte als in der EU. Foodwatch fordert eine Absenkung aller gültigen Grenzwerte.

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