Radfahrer, die ohne Helm verunglücken, müssen sich nicht an den Unfallkosten beteiligen. Das gilt auch, wenn ein Helm Verletzungen verhindert hätte, so das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg (Az: 8 U 1893/99).

Eine Radlerin war auf die Gegenfahrbahn des Radwegs geraten und brachte damit eine andere Radlerin zu Fall.

Als diese dann Schadenersatz und Schmerzensgeld forderte, hielten ihr die Verursacherin und ihre Haftpflichtversicherung Mitverschulden vor. Ein Helm hätte die Kopfverletzungen schließlich vermieden.

Diese Argumentation verwarfen die Oberlandesrichter, da nur bei Motorrad- oder Mofafahrern Helmpflicht herrsche. Radfahrer müssten dagegen nicht mit Helm fahren. Erlitten sie derart ungeschützt einen Unfall, dürfe man ihnen daraus keinen Strick drehen, so die Richter. Es sei der volle Schadenersatz zu leisten, denn ein Mitverschulden scheide aus.

Dieser Artikel ist hilfreich. 524 Nutzer finden das hilfreich.