Radfahren auf Kombi-Wegen Meldung

Auf kombinierten Rad- und Gehwegen müssen Radfahrer sehr vorsichtig und langsam fahren. Selbst bei Zusammenstößen durch überraschende Richtungsänderungen von Fußgängern haftet der Radler. Noch mal erhöhte Vorsicht ist gegenüber betagten und unaufmerksamen Fußgängern nötig. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden (Az. 8 U 19/04). Es wies die Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage einer Radfahrerin ab, die sich bei einem Sturz schwer verletzt hatte. Ihr war ein 67-jähriger Rentner ins Rad gelaufen.

Notfalls Schritttempo

Auf kombinierten Rad- und Gehwegen gilt nach Auffassung der Oldenburger Richter: Radfahrer müssen äußerste Vorsicht walten lassen. Zur Not ist Schritttempo Pflicht, um jederzeit sofort anhalten zu können. Auch mit überraschenden Wendungen von Fußgänger müssen Radler rechnen. Wenn es zum Zusammenstoß kommt, haftet in der Regel der Radfahrer. Noch mal erhöhte Vorsicht ist gegenüber Fußgängern angesagt, die offensichtlich unaufmerksam sind oder die wegen ihres Alters möglicherweise gar nicht oder nicht richtig reagieren.

Vorfahrt auf dem Radweg

Anders die Rechtslage bei Bürgersteigen mit abgegrenztem Radweg: Hier haftet nach einem Urteil des Oberlandesgericht Hamm (Az. 13 U 76/98) der Fußgänger, wenn er ohne auf Radfahrer zu achten in die Spur läuft. Selbst wenn Radfahrer den Radweg in der falschen Richtung entlangfahren, haften sie bei einem Zusammenstoß mit einem Fußgänger oder Auto nicht unbedingt allein. Niemand darf sich blind darauf verlassen, dass andere Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten.

In der Regel Mitverschulden

Häufig wird die Haftung für die Folgen von Verkehrsunfällen zwischen den Beteiligten aufgeteilt. Beispiel: Ein Radfahrer hat grundsätzlich auch dann Vorfahrt gegenüber Autos aus Seitenstraßen, wenn er den Radweg in der falschen Richtung benutzt. Bei einem Unfall muss er allerdings in den meisten Fällen einen Teil des Schadens übernehmen. Wie die Verteilung genau vorzunehmen ist, entscheiden die Gerichte im Einzelfall. Mehr als grobe Leitlinien lassen sich nicht zuverlässig angeben. Im Ernstfall wägen Richter bei der Klärung der Schuldfrage sämtliche Einzelheiten gegeneinander ab.

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