Wer im Straßenverkehr geblitzt wurde und daraufhin als Fahrzeughalter einen Anhörungsbogen von der Polizei erhält, sollte diesen genau lesen. Denn nur wenn er darin persönlich verdächtigt wird ("Ihnen wird zur Last gelegt ..."), läuft das Bußgeldverfahren weiter. Klingt das Schreiben jedoch so, als wenn gegen einen Unbekannten ermittelt wird ("dem Betroffenen wird zur Last gelegt ..."), kann die Tat trotz des Anschreibens verjähren, so das Oberlandesgericht Hamm (Az. 2 Ss OWi 38/ 2000).

Die Bußgeldbehörde hatte dem Fahrzeughalter zwar kurz nach dem Blitzen einen Brief ohne direkte Anrede geschickt. Sie versäumte es aber, daraufhin auch zügig einen Bußgeldbescheid zu erlassen. Da innerhalb von drei Monaten nach der Verkehrsordnungswidrigkeit kein Bußgeldbescheid ergangen ist, sei die Sache verjährt, entschieden die Richter.

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