Rabatt- und Bonusprogramme Test

Jeder kennt sie, fast jeder hat sie: Über 100 Millionen Kundenkarten tragen die Deutschen mit sich. Je nach Karte erhalten sie bei jedem Einkauf einen Rabatt oder sammeln Bonuspunkte. Manchmal bekommen sie Sachprämien. Optimal sind die Angebote bisher aber nicht: Oft fallen die Rabatte bescheiden aus. Ihre Höhe lässt sich nicht nachvollziehen. Die Kunden erhalten sie nur unregelmäßig oder erst ab einem bestimmten Umsatz im Jahr. Meist sollen sie auf dem Antrag für eine Kundenkarte viele persönliche Daten preisgeben. Finanztest sagt, ob sich die 36 getesteten Programme lohnen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Kundenkarten

Hohe Rabatte selten

Die regelmäßige Ersparnis liegt bei den meisten Kundenkarten gerade mal zwischen 0,25 und 3 Prozent. Wer höhere Nachlässe erwartet, muss bei den Händlern auf Aktionsrabatte achten oder sich auf besondere Konditionen einlassen. So bietet der Haushaltsgerätehändler Innova den Mitgliedern seines Rabattclubs einen Grundrabatt von 10 Prozent auf fast alle Waren an. Vorausgesetzt, sie zahlen bei der Anmeldung eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 32,99 Euro. Ob sich das lohnt, kann jeder selbst entscheiden.

Sachprämien schwer kalkulierbar

Sachprämien und Serviceleistungen sind dagegen nur schwer einzuschätzen. So bot Aral dem Kunden eine Kulturtasche an, wenn er zunächst 40 Punkte, sprich etwa 400 Liter Benzin, tankt und noch 3 Euro dazuzahlt. Besitzer der Ikea-Kundenkarte wiederum dürfen an exklusiven Gewinnspielen teilnehmen, erhalten laufend Angebote und eine Transportversicherung für ihre gekauften Möbel. Der Vorteil für den einzelnen Kunden lässt sich kaum messen.

Stammkunden profitieren

Übersichtlicher sind Angebote, bei denen das Unternehmen den Rabatt sofort weitergibt, beim nächsten Einkauf verrechnet oder mit einem Jahresgutschein vergütet. So fallen zum Beispiel die Adler Modemärkte (3 Prozent), der Baumarkt hagebau (3 Prozent) und die Schuhhändler Hess/Görtz (2 bis 5 Prozent) durch die schnörkellosen und übersichtlichen Konditionen ihrer Kundenkarten auf. Vor allem Stammkunden profitieren von solchen Angeboten. Für Wechselkunden fällt der Nutzen eher gering aus. Die Rabatte sind zu niedrig.

Eine Karte für viele Unternehmen

Payback, HappyDigits, Miles & More, BSW Bonus & Club und webmiles heißen Kundenprogramme, die gleich für viele Unternehmen gelten. Ihr Vorteil: Die Kunden können bei vielen verschiedenen Händlern, Hotels oder anderen Firmen mit nur einer Karte punkten. Ihr Nachteil: Die Höhe des Rabatts ist für den Kunden nur schwer oder gar nicht zu ermitteln. So legen etwa die Handelspartner von Payback und BSW Bonus & Club selbst fest, wie viel Bonuspunkte oder Rabatte sie für welchen Umsatz gewähren. Hat der Payback-Kunde Punkte im Gegenwert von 10 Euro zusammen, kann er sie gegen eine Prämie einlösen oder sich bar auszahlen lassen. BSW Bonus & Club überweist die Rabatte ab 12 Euro auf das Girokonto des Mitglieds. Das ist bequem. Dafür kostet die Mitgliedschaft 25 Euro pro Jahr und noch eine Anmeldegebühr von 17,90 Euro. Das muss erst einmal verdient sein, bevor es ans Sparen geht.

Anonym bleibt kaum ein Kunde

Die ideale Kundenkarte oder das beste Rabatt- oder Bonussystem gibt es unter den getesteten Programmen nicht. Die ideale Kundenkarte wäre kostenlos, mit übersichtlichen Sofortrabatten oder schneller Verrechnung bei vielen Partnern und mit verbraucherfreundlichen Datenschutzbestimmungen oder gleich ganz anonym. Apropos Anonymität: Nur bei zwei der 36 untersuchten Kundenbindungssystemen kann der Kunde anonym bleiben, bei Aral/BP und Esso. Wer woanders eine Kundenkarte beantragt, muss persönliche Daten preisgeben. Für ein reines Rabattprogramm ist das unnötig, wie das System einfacher Treuekarten mit Stempeln oder Klebepunkten zeigt. Sie funktionieren auch ohne Kundendaten. Wenn etwa das Kaffeehaus das achte Getränk kostenlos serviert, sind das immerhin 12,5 Prozent Rabatt. Keines der untersuchten Programme bietet so hohe Rabatte auf so einfache Art.

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