Quelle Krankenversicherung Meldung

Mit einer neuen privaten Krankenversicherung wirbt seit kurzem die Quelle Krankenversicherung AG.

Angebot: Der Tarif "Premium Select" ist nach Angaben des Unternehmens der erste in Deutschland ohne Gesundheitsfragen. Vorteil für den Versicherten: Es kann ihm nicht passieren, dass seine Krankenversicherung nachträglich vom Vertrag zurücktritt, weil er Gesundheitsfragen missverstanden und falsch oder unvollständig beantwortet hat.

Statt des Fragebogens erwartet potenzielle Quelle-Kunden eine gründliche Eingangsuntersuchung in einer Privatklinik auf Kosten des Versicherungsunternehmens. Einen ganzen Tag lang dauert der Gesundheits-Checkup, bei dem unter anderem internistische, orthopädische, urologische und gynäkologische Befunde erhoben sowie das Gebiss genau überprüft werden. Blut- und Urinwerte sollen Hinweise geben auf "wichtige Risikofaktoren". So kann manche Krankheit zutage kommen, von der der Getestete selbst nichts wusste.

Vorteile: Ihr Angebot versteht die Quelle Krankenversicherung AG als aktive Gesundheitsförderung: Ohne Selbstbeteiligung kann der Kunde beispielsweise den umfassenden Checkup der Eingangsuntersuchung zur Vorsorge wiederholen lassen. Außerdem zahlt sie in besonderem Maße für Heilpraktikerleistungen und homöopathische Medizin. Auch die Kosten für andere alternative Behandlungsmethoden werden von der Versicherung übernommen. Ärztliche Leistungen werden ohne Begrenzung auf die Gebührenordnungen erstattet.

Nachteile: Als problematisch kann sich die genaue Kenntnis des Gesundheitszustands erweisen, wenn der Kunde bei einer anderen Gesellschaft beispielsweise eine Lebensversicherung abschließen will. Die Versicherer tauschen nämlich unter bestimmten Bedingungen Daten aus. Die Quelle Versicherung AG sichert lediglich zu, dass keine kompletten Untersuchungsergebnisse weitergegeben werden. Konkrete Fragen eines anderen Versicherers würden aber beantwortet.

Von den auf den ersten Blick moderaten Beiträgen sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Quelle Krankenversicherung AG verlangt nämlich saftige Selbstbeteiligungen. Eine 35-jährige Frau zahlt zwar im Tarif KL 3 mit der niedrigsten Selbstbehaltstufe bescheidene 212,30 Mark im Monat, inklusive des gesetzlichen Zuschlags von 10 Prozent. Doch liegt ihre jährliche Selbstbeteiligung bei 6.845 Mark. Das bedeutet: Bis zu diesem Betrag im Jahr trägt sie ihre Heilkosten selbst. Damit kann ihre Belastung auf bis zu 783 Mark im Monat steigen.

In der Branche eher unüblich: Auch an Krankenhauskosten müssen sich die Versicherten selbst beteiligen. Bei den meisten Versicherern gilt der Selbstbehalt nur für die ambulante ärztliche Behandlung sowie für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel.

Fazit: Für Angestellte ­ bei ihnen übernimmt der Arbeitgeber meist die Hälfte der Krankenversicherungsbeiträge ­ lohnt sich dieses Angebot nicht. An dem hohen Selbstbehalt beteiligt sich der Chef nämlich in der Regel nicht.

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