Quecksilber in Energiesparlampen Keine Panikmache

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Wer einige einfache Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann Energiesparlampen bedenkenlos nutzen.

Fakten. Leuchtstofflampen und Kompakt-Leuchtstofflampen (Energiesparlampen) enthalten aus technischen Gründen Quecksilber. Unsere Tests zeigen, dass es sich meist um etwa 2 Milligramm handelt. Das ist eine Menge, die mit bloßem Auge kaum sichtbar ist. Das giftige Schwermetall ist trotzdem nicht zu unterschätzen.

Umwelt. Fische enthalten infolge von Umweltverschmutzung oft mehr als 0,1 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Körpergewicht. Grund: Das Schwermetall reichert sich in Nahrungsketten an. Umweltschutz ist also wichtig. Wer Energiesparlampen kauft, trägt dazu bei: Da sie 80 Prozent weniger Strom brauchen als vergleichbar helle Glühlampen, kommt bei der Stromproduktion entsprechend weniger Quecksilber aus den Kraftwerkschornsteinen. Je langlebiger die Lampen, desto besser.

Entsorgen. Wer alte Lampen zur Sammelstelle bringt, sorgt dafür, dass das Quecksilber nicht in die Umwelt gelangt, sondern recycelt wird. Gut wären Rücknahmestellen im Handel.

Schutz. Energiesparlampen gehen selten zu Bruch. Schon ein Lampenschirm bietet guten Schutz gegen Zerstörung. Auch ein Hüllkolben hilft (siehe Foto). Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft Lampen mit zusätzlichem Kunststoffmantel (Splitterschutz) oder solche, die Quecksilber als festes Amalgam enthalten.

Im Falle eines Falles. Wenn eine Lampe doch einmal zersplittert, kann flüssiges Quecksilber entweichen, das schnell verdampft. Die Konzentration in der Luft kann dann für mindestens einige Stunden höher liegen als für Wohnräume empfohlen – wenn kaum gelüftet wird. Deshalb: Öffnen Sie die Fenster weit und verlassen Sie für etwa eine Viertelstunde den Raum. Lüften Sie viel – auch während und nach der anschließenden Reinigung: Mit Gummihandschuhen und Wegwerfpapier alle Reste zusammenkehren und außerhalb des Hauses in der Hausmülltonne entsorgen. Teppich mit Klebeband abtupfen. Erst danach intensiv den Staubsauger nutzen. Den Staubbeutel entsorgen. Danach kann man den Raum bedenkenlos nutzen.

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MichiEnne am 17.02.2012 um 00:51 Uhr
Thema Quecksilber ist nur Panikmache der EVUs

Das Quecksilber in Energiesparlampen ist nun wirklich kein Problem im Haushalt.
Wo ich allerdings Probleme sehe, ist beim unzureichenden Recycling. Die alten Energiesparlampen oder auch Leuchtstoffröhren werden normalerweise beim Wertstoffhof in die Gitterboxen geworfen. Dabei gehen sie meistens kaputt. Die Arbeiter im Wertstoffhof müssen die Scherben zusammenkehren und sind dabei einer erhöhten Quecksilberkontamination ausgesetzt.
Ein Recycling-System ähnlich wie beim Leergut muss unbedingt gesetzlich vorgeschrieben werden. Rücknahmepflicht beim Handel mit entsprechenden Schutzvorrichtungen gegen Zerbersten muss gewährleistet werden.
Dipl.-Ing. Michael Enneking
Vor-Ort-Energieberater (TÜV)

MichiEnne am 17.02.2012 um 00:49 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

MichiEnne am 17.02.2012 um 00:45 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

m.dingsda am 24.01.2011 um 14:06 Uhr
Umweltvergiftungslampen

Tommies Kommentar vom 29.12.2010 trifft voll ins Schwarze.
Ich habe mich schon immer darüber gewundert, dass TEST dauernd Reklame für die umweltschädlichen "Energiesparlampen" macht. Aufgrund dieses Beitrags "Keine Panikmache" kann doch ein umweltbewusster Mensch nur sagen: Finger weg von diesem hochgefährlichen Produkt. Die wenigen Cents Stromersparnis, die in einem üblichen Hauhalt anfallen würden, wiegen die Nachteile und sicherlich auch die energieintensive Herstellung der Lampe nicht auf. Dazu kommt dann noch die ebenfalls energieaufwendige Entsorgung. Ein Widersinn ohnegleichen, was hier die EU angezettelt hat.

Tommie am 29.12.2010 um 13:32 Uhr
Fakten? Panik?

Zu den Fakten: Soweit ich gelesen haben, können Energiesparlampen bis zu 5 mg Quecksilber enthalten.
Wie Sie schreiben wurde nicht geprüft und gemessen wieviel Quecksilber nach einem Lampenbruch tatsächlich nach 15 Minuten sich zum Fenster hinaus bewegt hat ist oder sich nur im Zimmer verteilt hat. Daher kann ich ihre Empfehlung nicht verstehen zum Staubsauber zu greifen. Damit wird ein Gas nicht aufgenommen, sondern endgültig im Zimmer verteilt bei Anwesenheit desjenigen, der saugt.
Dass Quecksilber als Flüssigkeit oder als Gas an einem Klebeband kleben kann ich mir auch nicht vorstellen. Wer denkt sich solchen Unsinn aus?
Panik liegt nicht bei denen, die vor dem Nervengift warnen. Es geht um Verniedlichung von Gefahren und unüberlegtes Handeln bei den Ämtern, die ohne Not eine bewährte Technik nämlich Glühbirne aus dem Markt schaffen ohne zu prüfen, ob eine umweltverträgliche und giftfreie neue Technik schon vorhanden ist.