Punkte in Flens­burg So funk­tioniert das Fahr­eignungs­register

Punkte in Flens­burg - So funk­tioniert das Fahr­eignungs­register
Radar­kontrolle. Wer zu schnell fährt, kann bis zu zwei Punkte im Fahr­eignungs­register bekommen. © picture alliance / Christian Ohde

Ab 8 Punkten in Flens­burg ist man den Führer­schein los. Die Punkte verfallen aber nach einiger Zeit. Noch im Jahr 2021 soll ein neuer Bußgeldkatalog kommen.

Je nach Verstoß gibt es 1 bis 3 Punkte

Wer zu schnell fährt, unerlaubt über­holt oder auf andere Weise gegen die Regeln im Straßenverkehr verstößt, muss neben einem Bußgeld auch mit Punkten im Fahr­eignungs­register (FAER) rechnen. Die Daten­bank wird vom Kraft­fahrt-Bundes­amt mit Sitz in Flens­burg verwaltet, daher spricht man auch von „Punkten in Flens­burg“. In dem umgangs­sprach­lich auch Verkehrs­sünderkartei genannten Register werden bestimmte Gesetzes­verstöße im Straßenverkehr gespeichert und dafür ein bis drei Punkte vergeben.

Beispiel Hand­ytelefonat im Auto

Wer beispiels­weise beim Autofahren mit dem Handy am Ohr telefoniert, begeht eine Ordnungs­widrigkeit, muss mindestens 100 Euro bezahlen und bekommt einen oder zwei Punkte im Fahr­eignungs­register. Fahrerflucht nach einem Unfall ist eine Straftat und wird mit drei Punkten in Flens­burg vermerkt, zusätzlich zur Strafe durch ein Gericht.

Fahr­eignungs­register nicht nur für Auto­fahrer

Nicht nur Auto­fahrer sammeln im Flens­burger Register Punkte, auch Verstöße beim Fahr­radfahren, Motor­radfahren oder von LKW-Fahrern werden dort vermerkt. Im Januar 2021 waren knapp 11 Millionen Personen im FAER einge­tragen. Das Kraft­fahrt-Bundes­amt zeigt auf seiner Webseite, für welche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten es einen, zwei oder drei Punkte gibt.

Mit 8 Punkten ist der Führer­schein weg

Punkte in Flens­burg - So funk­tioniert das Fahr­eignungs­register
Punkte-Tacho. Spätestens mit sechs Punkten wird es kritisch! © Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Stiftung Warentest

Wer eine gewisse Anzahl Punkte in Flens­burg gesammelt, erhält Post vom örtlichen Straßenverkehrs­amt:

  • Bei 4 oder 5 Punkten gibt es eine Ermahnung und den Hinweis, dass man freiwil­lig an einem Fahr­eignungs­seminar teilnehmen kann. Damit lässt sich einmal alle fünf Jahre ein Punkt abbauen. Allerdings geht das nur, solange man nicht mehr als 5 Punkte gesammelt hat.
  • Bei 6 oder 7 Punkten flattert eine Verwarnung ins Haus mit dem Hinweis, dass der Führer­schein­entzug droht.
  • Wer 8 Punkte hat, bekommt ein mindestens sechs Monate langes Fahr­verbot.

Tipp: Die Abfrage des eigenen Punkte­stands ist kostenlos möglich. Wie das funk­tioniert, erfahren Sie in unserem Special Punkte in Flensburg abfragen.

Punkte in Flens­burg verfallen

Gesammelte Punkte werden mit der Zeit weniger. Leichte Verstöße mit einem Punkt werden nach zwei­einhalb Jahren gelöscht, andere Ordnungs­widrigkeiten und bestimmte Straftaten nach fünf Jahren. Straftaten, die bereits zum Verlust des Führer­scheins geführt haben, bleiben zehn Jahre im System gespeichert.

Aktuelles Punkte­system gilt seit 2014

Das Fahr­eignungs­register hieß bis 2014 Verkehrs­zentral­register und funk­tionierte mit einem anderen Punkte­system. Je nach Verstoß gab es damals 1 bis 7 Punkte und der Führer­schein war erst bei insgesamt 18 Punkten weg. Seit der Umstellung werden nur noch Verstöße gespeichert, die für die Verkehrs­sicherheit von Bedeutung sind.

Neue Regeln für Auto­fahrer seit 2020

Im Jahr 2020 hat die Bundes­regierung mit Zustimmung des Bundes­rats eine Erneuerung der Straßenverkehrs­ordnung (StVO) beschlossen. Seitdem müssen Auto­fahrer zum Beispiel zwei Meter Abstand halten, wenn sie Radfahrer außer­halb von Ortschaften über­holen und LKW-Fahrer müssen inner­orts beim Rechts­abbiegen Schritt­geschwindig­keit fahren.

Neuer Bußgeldkatalog ab Herbst 2021

Mit der StVO-Novelle wurde auch ein neuer Bußgeldkatalog einge­führt, der wegen eines Form­fehlers jedoch in Teilen unwirksam ist. Ab Herbst sollen die neuen Bußgelder nun gelten. Zu schnelles Fahren wird teil­weise doppelt so teuer wie bisher. Zudem werden einige Delikte, die im Rahmen der StVO-Über­arbeitung neu einge­führt wurden, erst mit dem über­arbeiteten Bußgeldkatalog wirk­sam. Sie führen in Zukunft ebenfalls zu Punkten in Flens­burg.* So kann man für unzu­lässiges Parken auf Radwegen einen Punkt bekommen und wer als normaler Verkehrs­teilnehmer eine Rettungs­gasse nutzt, kassiert zwei Punkte. Gefähr­liche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- oder Luft­verkehr sollen mit bis zu drei Punkten geahndet werden.

Wann der neue Bußgeldkatalog genau in Kraft treten wird, ließ das Bundes­verkehrs­ministerium unbe­antwortet. Auf seiner Webseite listet das Ministerium die geplanten Änderungen auf.

* Passage korrigiert am 21. Juli 2021.

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