Tipps

Mehr Umsteige­zeit einplanen: Unter www.bahn.de können Sie nach Zugverbindungen mit längerer Umsteige­zeit suchen, zum Beispiel „mindestens 10 Minuten“. Das ist nützlich, wenn Sie einen wichtigen Anschluss unbe­dingt erreichen müssen. Zum Beispiel den Nacht­zug mit den reser­vierten Betten. Sinn­voll ist dieser Service auch für Gehbehinderte. Empfehlens­wert ist auch die Suche nach Direkt­verbindungen. Falls Sie eine finden, lassen sich Umsteigerisiken völlig vermeiden.

Zugbegleiter ansprechen: Wenn ein Zug unplan­mäßig hält oder auffällig lange lang­sam fährt, können dies erste Anzeichen für eine Verspätung sein. Dann gilt es: Wach­sam sein. Vergleichen Sie am nächsten plan­mäßigen Zwischenhalt die Soll-Abfahrts­zeit mit der tatsäch­lichen. Wenn Sie in einem verspäteten Zug sitzen und ihre Umsteige­zeit knapp zu werden droht: Bitten Sie den Zugbegleiter am besten früh­zeitig, die Zentrale zu informieren, damit Ihr Anschluss­zug wartet. Je mehr Fahr­gäste sich melden, desto besser die Chancen. Fragen Sie den Zugbegleiter vorsorglich für den Notfall auch nach Alternativen.

Aktuelle Infos einholen: Nutzen Sie die „Ist mein Zug pünkt­lich?“-Infos unter www.bahn.de. Sie können die Daten auch per Handy abrufen. Der DB-Navigator bringt Sie auf einen ähnlichen Informations­stand wie die Bahn­mit­arbeiter.

Selbst aktiv werden: Auch Fahr­gäste können dazu beitragen, Zugverspätungen zu vermeiden oder zu reduzieren. Helfen Sie Mitreisenden! Vor allem Menschen mit viel Gepäck, Kinder­wagen oder Fahr­rad sind oft für eine helfende Hand dank­bar. Und je eher sie aus- oder einge­stiegen sind, desto schneller kann der Zug wieder starten.

Anschluss verpassen: Ist der Anschluss­zug weg, melden Sie sich beim Bahnhofs­personal. Die Mitarbeiter am „Service­point“ können dann nach neuen Reise­verbindungen suchen.

Alternativen nutzen: Wenn Sie den Zielbahnhof voraus­sicht­lich mindestens 20 Minuten zu spät erreichen würden, können Sie in vielen Fällen einen anderen Zug nutzen. Zum Beispiel einen höher­wertigen ICE anstelle eines unpünkt­lichen IC. Die für viele Fahr­karten geltende Zugbindung entfällt dann. Lassen Sie sich das möglichst vorher vom Bahn­personal bestätigen.

Plätze sichern: Wenn der Anschluss­zug mit Ihren reser­vierten Plätzen weggefahren ist, haben Sie Anspruch auf Erstattung des Reser­vierungs­entgelts. Wenn Sie im Zug stehen müssten, fragen Sie die Zugbegleiter, ob sie Ihnen den kostenlosen Über­gang in die 1. Klasse kulant ermöglichen können.

Nachts stranden: Wenn spät­abends der letzte Anschluss­zug ohne Sie abge­fahren ist, können „Service­point“ oder „3-S-Zentrale“ helfen und zum Beispiel eine Gratis-Taxi­fahrt oder eine Über­nachtung im Hotel organisieren. Die Telefon­nummern der „3-S-Zentralen“ sollten auf den Bahnhöfen ausgehängt sein.

Entschädigung kassieren: Ab 60 Minuten Verzögerung erstattet die Bahn 25 Prozent des Fahr­preises und ab 120 Minuten 50 Prozent. Anträge dafür gibt es bei Zugbegleitern, an Service­punkten und im Internet. Stamm­kunden sollten immer ein Exemplar parat haben, um es im Falle eines Falles sofort ausfüllen zu können. Das ist sinn­voll, weil Sie im Falle einer Verspätung ohnehin oft viel Zeit haben. Außerdem verfügen Sie dann über alle Reise­daten, die Sie in das Formular eintragen müssen.

Beschwerden senden: Wenn Bahn­unternehmen eine Entschädigung verweigern und Sie sich unfair behandelt fühlen, kann die Schlichtungs­stelle für den öffent­lichen Personen­verkehr helfen (www.soep-online.de; Fasanen­straße 81, 10623 Berlin). Weitere Ansprech­partner kümmern sich speziell um Regional­verkehr, zum Beispiel in Nord­rhein-West­falen (www.schlichtungsstelle-nahverkehr.de). Bei Ärger hilft auch das Eisenbahn­bundes­amt.

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