Wer eine Psycho­therapie macht, aber kein Deutsch spricht, kann nicht von seiner Krankenkasse verlangen, dass sie einen Dolmetscher bezahlt. Das Sozialge­richt Stutt­gart erklärte einer Frau, die Italienisch sprach, dass Kassen nur Tätig­keiten der ärzt­lichen Berufs­aus­übung bezahlen. Dolmetschen sei keine ärzt­liche Leistung (Az. S 19 KR 2546/17). Genauso entschied das Landes­sozialge­richt Nieder­sachsen-Bremen bei einem in Serbien geborenen Patienten, der für Fach­arzt­besuche einen Dolmetscher brauchte (Az. L 4 KR 147/14).

Ähnlich ist die Lage bei Asyl­suchenden: In den ersten 15 Monaten gewährt das Asylbewerber­leistungs­gesetz vor allem Hilfe bei akuten Gesund­heits­problemen oder Impfungen. „Psycho­therapien werden nur selten genehmigt“, erklärt der Präsident der Bundes­psychotherapeutenkammer Dietrich Munz. Nach den 15 Monaten sind die gesetzlichen Kassen für Asyl­suchende zuständig. Aber auch sie über­nehmen keine Dolmetscher­kosten, sodass Psycho­therapien nicht durch­geführt werden können.

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