Wer einen Mitschüler mit einem Besen­stiel verprügelt, muss Schmerzens­geld zahlen. Ein Neunt­klässler war mit einem Sechs­klässler aneinander­geraten. Zunächst rangelten sie, dann nahm der Ältere den Besen­stiel. Nun sind 250 Euro Schmerzens­geld für blaue Flecken an Arm und Bein des anderen fällig (Amts­gericht München, Az. 111 C 24091/14).

Zwar gilt normaler­weise für Schul­unfälle ein Haftungs­privileg: Weil Raufereien und Streiche typisch für Heran­wachsende sind, gibt es kein Schmerzens­geld – auch nicht bei absicht­lichen Schlägen. Das Haftungs­privileg gilt aber nicht, wenn ein Schläger auch die Folgen mit voller Absicht wollte, zum Beispiel einen Beinbruch. Dies muss der Geschädigte nach­weisen. Je jünger der Schläger, desto schwieriger wird das. Kinder unter sieben Jahren sind per Gesetz nicht delikt­fähig. Erst danach können sie haften.

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