Eine neue EU-Richtlinie stärkt die Rechte der Verbraucher. Bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten in Europa haben finanzschwache Bürger eines Mitgliedsstaats bald leichter die Möglichkeit, vor Gericht für ihr Recht zu kämpfen. Sie können europaweit Prozesskostenhilfe in Form von Geld und Beratung erhalten.

Der Mitgliedsstaat, in dem das Gerichtsverfahren stattfindet, unterstützt den Kläger bei den Kosten vor Ort – inklusive Anwaltshonorar. Der Heimatstaat des Klägers greift ihm bei zusätzlichen Kosten – etwa Beratung durch einen örtlichen Anwalt – unter die Arme.

Jeder Mitgliedsstaat soll seinen Bürgern bei der Übersetzung und Übermittlung der Anträge helfen. Die Prozesskostenhilfe für das Verfahren im Ausland kann der Kläger an seinem Heimatgericht beantragen.

Die Unterstützung gibt es grundsätzlich dann, wenn der Kläger eine bestimmte Bedürftigkeitsgrenze unterschreitet. Die kann in den einzelnen Mitgliedsländern unterschiedlich hoch sein. Davon unabhängig hat der Kläger aber immer die Möglichkeit, im Einzelfall nachzuweisen, dass er die Prozesskosten nicht ohne staatliche Hilfe tragen kann. Keine Unterstützung gibt es, wenn der Kläger rechtsschutzversichert oder die Klage offensichtlich unbegründet ist.

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