Jeder zehnte Fall wird übernommen.

Prozessfinanzierer übernehmen bei aussichtsreichen Prozessen die Kosten der Kläger ­ gegen eine Gewinnbeteiligung von maximal 50 Prozent. Dieses neue Geschäftsfeld brummt: Seit 1998 bereits über 350 Klagen finanziert, meldet Marktführer Foris. Und auch kleinere Konkurrenten wie die Berliner Gloria GmbH berichten stolz: 39 Fälle unter Dach und Fach.

Für Kläger ohne Geld und Rechtsschutzversicherung kann es ein Segen sein, so die Kostenrisiken eines Gerichtsverfahrens loszuwerden. Hat die Klage gute Chancen und ist der Beklagte zahlungskräftig, übernimmt der Finanzierer alle Kosten des Rechtsstreits. Den Firmen zufolge wird im Schnitt jeder zehnte eingereichte Fall akzeptiert. Kassiert wird nur, wenn der Kläger gewinnt. Wer unterliegt, zahlt keinen Pfennig.

Einziges Risiko: Geht der Finanzierer während des Verfahrens Pleite, muss der Kunde den Prozess selbst weiterführen. Zudem gibt es keine Gewähr für Seriosität und Finanzkraft, da eine Aufsichtsbehörde fehlt.

Wer einen Prozessfinanzierer sucht, muss sich selbst informieren, am besten mithilfe seines Anwalts. Bei Zweifeln an der Zahlungskraft des Finanzierer sollte man darauf bestehen, dass eine Bankbürgschaft für die absehbaren Kosten beigebracht wird oder das Geld zuvor auf ein Treuhandkonto beim Anwalt eingezahlt wird.

Finanztest hat in einer Liste die bekannten Unternehmen für Sie erfasst. Neben Darstellungen zur Anzahl der finanzierten Fälle sind Beteiligungshöhen und rechtliche Schwerpunkte der Finanzierer vermerkt. Auch die Bemühungen zur Liquiditätssicherung hat Finanztest dokumentiert..

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