Prozess­finanzierung Intract-Berater muss Gefäng­nisstrafe verbüßen

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Prozess­finanzierung - Intract-Berater muss Gefäng­nisstrafe verbüßen
Ernst Bohlender war im Früh­jahr 2013 für Intract aktiv.

Ernst Bohlender sitzt nun doch im Gefäng­nis. Der Mann hatte als Berater des Luxemburger Prozess­finanzierers Intract geschädigte Anleger als Kunden angeworben. Das tat er in der Zeit, in der er aus gesundheitlichen Gründen eine Haft­strafe nicht antreten musste, wie das ZDF-Magazin Frontal21 und Finanztest berichteten.

In dem Fernsehbeitrag wirkte Bohlender recht agil. Das hat ein Umdenken bewirkt: Die Staats­anwalt­schaft Mann­heim bestätigte, dass er seit 25. Juni in einer hessischen Straf­voll­zugs­anstalt sitzt. Das Land­gericht Mann­heim hatte Bohlender schon 2009 wegen Untreue zu drei Jahren und acht Monaten Frei­heits­strafe verurteilt. Intract-Geschäfts­führer Marco Karger sah darin kein Problem.

Intract wirbt weiterhin um geschädigte Anleger. Finanztest rät zur Vorsicht, vor allem wenn Anleger einen Zuschuss zu den Prozess­kosten leisten. Offen ist außerdem die Leistungs­bilanz. Ab „2005 haben wir erfolg­reich die ersten Prozesse finanziert“, heißt es auf der Firmen­internetseite. Intract gibt aber keine Auskunft darüber, wie viele Anleger Geld erhalten haben und wie hoch die Gesamt­summe war, die ihnen zugeflossen ist.

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