Prozessfinanzierer Juragent

Juragent-Modell in Kürze: Das Geschäft mit dem Prozessrisiko

0

Die gewerbliche Prozessfinanzierung funktioniert so: Ein kapitalkräftiges Unternehmen wählt erfolgversprechende Prozesse fremder Leute oder Unternehmen aus und übernimmt für sie sämtliche Kosten des Verfahrens. Der Prozess ist damit für den Kläger finanziell risikolos. Obsiegt er am Ende vor Gericht und bekommt er von der Gegenseite Geld, muss er im Gegenzug aber einen Teil davon an den Finanzierer abgeben.

Juragent arbeitet mit Anlegergeld

Die Juragent AG betreibt dieses Geschäft bereits seit vielen Jahren. Zur Finanzierung der Prozesse verwendet sie aber kein eigenes Geld, sondern das von Anlegern. Zur Kapitalgewinnung hat die Juragent AG in den vergangenen Jahren vier Fonds aufgelegt, in die Anleger insgesamt rund 80 Millionen Euro investiert haben. Dieses Geld hat die Juragent AG als Honorar erhalten und soll dafür für die Fonds aussichtsreiche Gerichtsprozesse mit einem Gesamtstreitwert von insgesamt annähernd einer Milliarde Euro finden und finanzieren.

Risiko für Anleger ist hoch

Wählt das Prozessfinanzierungsunternehmen die Fälle klug aus, bringt das den Anlegern Rendite. Je mehr bei einem Fall zu holen ist, desto besser. So finanziert Juragent nach eigenen Angaben zum Beispiel einen spektakulären Anlegerschutzprozess gegen DaimlerChrysler. Das Risiko für Anleger in den Juragent-Fonds: Wählt die Juragent AG die Prozesse schlecht aus und enden sie nicht mit einem finanziellen Erfolg für den Kläger, dann sehen sie kein Geld. Über die Schwierigkeiten der Juragent AG, das Finanzierungsgeschäft erfolgreich zu betreiben, hat Finanztest bereits berichtet.

0

0 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.