Prozess­finanzierer Intract Skurriles Vorgehen bei Anlegerklagen

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Prozess­finanzierer Intract - Skurriles Vorgehen bei Anlegerklagen
Intract-Berater Ernst Bohlender ist wegen einer Wirt­schafts­straftat verurteilt.

Recht agil wirkte Ernst Bohlender im ZDF-Magazin Frontal21 vom 28. Mai. Er warb in dem Beitrag um geschädigte Anleger als Kunden für den Luxemburger Prozess­finanzierer Intract. Dabei ist Bohlender wegen Untreue zu einer Haft­strafe verurteilt – und hat sie aus gesundheitlichen Gründen bislang nicht angetreten. Intract-Geschäfts­führer Marco Karger sieht darin kein Problem: Er habe „keinerlei Anzeichen für ein Fehl­verhalten“ bei Bohlenders Tätig­keit für Intract.

Ungewöhnlich ist noch etwas anderes: Der Prozess­finanzierer vereinbart, dass Anleger ihre Ansprüche an ihn abtreten und dass er recht­liche Schritte im eigenen Namen unternimmt. Zudem lässt er sich bevoll­mächtigen, auch im Namen der Anleger vorzugehen. Das mache „auf der Kostenseite für den Anleger keinen Unterschied“, betont Karger. Das Vorgehen ist aber unüblich in der Branche und wirft juristische Fragen auf. Daher ist Vorsicht angebracht.

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Hunter05 am 18.06.2013 um 14:02 Uhr
Der Plattmacher

Herr Gerhard Bohlender ist, nach einer Pressemeldung der Intract GmbH, derjenige "der die Intract berät".
Wie ist es möglich und tragbar, von einem Rechtsanwalt als Geschäftsführer der Intract GmbH,einen mehrfach vorbestraften Wirtschaftskrimminellen mit der Beratung und Betreuung von Anlagegeschädigten zu betrauen. Dann könnte man den Bankräuber auch gleich als Kundenberater in einer Bank beschäftigen. Herr Bohlender hat nachweislich durch Manipulationen und Betrügereien hunderte von Menschen um ihre Existenz gebracht. Jetzt fährt dieser Verurteilte Straftäter nach eigenen Angaben 120.000Km pro Jahr mit seinem PKW durch die Lande obwohl er aber haftunfähig ist. Hier wird die Justiz von einem gelernten Maler und Anstreicher, der die Vision eines Konzernlenkers lebt, seit Jahren vorgeführt. Immer wieder gelingt es, dem überaus agilen Straftäter als haftunfähig eingestuft zu werden. Statt von der Staatsanwaltschaft zwangsweise, zum längst überfäligen Haftantritt, vorgeführt zu werden.