Prozessfinanzierer Meldung

Prozessfinanzierer übernehmen für Kunden sämtliche Kosten ihres Rechtsstreits, wenn ihre Fälle aussichtsreich sind. Gewinnt der Kunde vor Gericht, geht ein Teil des Erlöses an den Finanzierer. test.de hat die Anbieter unter die Lupe genommen.

Finanzierer bekommen einen Teil vom Prozesserlös

Seit rund zehn Jahren bieten Unternehmen in Deutschland ihre Dienste als Prozessfinanzierer an. In Fällen, die besonders aussichtsreich erscheinen, übernehmen sie für den Kunden sämtliche Kosten des Rechtsstreits. Im Fall des Unterliegens sind das Kosten des eigenen Anwalts, Gerichtskosten, gegebenenfalls Gutachterkosten und die Kosten der Gegenseite. Dafür verlangen sie im Falle des Erfolgs einen Teil vom Erlös. Geht die Sache verloren, macht das Finanzierungsunternehmen Verlust. Der Rechtssuchende zahlt nichts.

Gemeinsam mit dem Anwalt entscheiden

Ob in einem Rechtsstreit der Einsatz eines Prozessfinanziers sinnvoll ist, sollten Rechtssuchende gemeinsam mit ihrem Anwalt erörtern. Um den Fall beurteilen zu können, benötigen die Finanzierer gut aufbereitete Unterlagen und zumeist auch den Entwurf einer Klageschrift. Hier hat der Anwalt Arbeit, für die er eine Vergütung verlangen kann.

Viele Finanzierer zur Auswahl

test.de hat eine Marktübersicht erstellt, damit Rechtssuchende den Finanzierer leichter auswählen können. Achten sollten Kunden darauf, dass der Finanzierer auch tatsächlich in dem Rechtsgebiet tätig ist, in dem gestritten wird. Zumeist machen die Unternehmen hier keine Einschränkungen. Wichtig ist auch die Frage, ab welchem Streitwert der Finanzierer überhaupt einsteigt. Hier gibt es große Unterschiede.

Erfolgshonorar aushandeln

Schließlich ist auch von Bedeutung, ob der Finanzierer bei der Höhe seiner Beteiligung im Erfolgsfall flexibel ist, wenn der Rechtssuchende mit seinem Anwalt bereits eine Vereinbarung über ein Erfolgshonorar getroffen hat. Da sich in diesem Fall das Kostenrisiko für den Finanzierer verringert, sollte er auch seine Erlösbeteiligung entsprechend verringern. Fragen sollten Interessenten auch, wie der Finanzierer sicher stellt, dass die Finanzierung bis zum Schluss steht. Zumindest ein Finanzierungsunternehmen – die Firma Juragent AG aus Berlin – ist in der jüngeren Vergangenheit in Schwierigkeiten geraten. Ob Juragent alle laufenden Prozesse bis zum Ende finanzieren kann, ist derzeit ungewiss.

Hinweis: Die Marktübersicht ist noch nicht vollständig und wird in den kommenden Wochen ergänzt. Alle Daten im Marktüberblick beruhen auf Angaben der Anbieter, die test.de nicht überprüft hat.

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