Prozess um Anla­gebetrug

Von-Holst-Prozess: Verurteilung kann Geschädigten helfen

Prozess um Anla­gebetrug - „Deals sind im Strafrecht üblich“
Drei Kinder und ein Ex-Vertriebs­leiter von Rainer von Holst stehen seit Mai 2019 in Augs­burg vor Gericht. Jetzt soll der Prozess per Deal abge­kürzt werden.

Tausende Anleger, die Rainer von Holst mithilfe seiner Kinder, einem Vertriebs­leiter und Dutzenden von Finanz­vermitt­lern abge­zockt hat, haben viel Geld verloren. Werden die mutmaß­lichen Täter in Augs­burg wegen Betrugs verurteilt, können Geschädigte mögliche Ersatz­ansprüche gegen die Verurteilten leichter beweisen.

Inhalt
  1. Überblick
  2. Von-Holst-Prozess: Verurteilung kann Geschädigten helfen
  3. Artikel als PDF (2 Seiten)

Falsch­beratung schwer nach­weisbar

Dagegen dürfte es schwer sein, Vermitt­lern eine Falsch­beratung zu beweisen. Einige haben sich selbst an Unternehmen wie Firmen­welten, Wurst­welten, Halb­strom, Summi Viri und Enercrox beteiligt. Sie glaubten daran, dass etwa der Einsatz von „Halb­stromgeräten“ in Kommunen 15 Prozent Zinsen in 180 Tagen erwirt­schaften könnte (Abzocke, Drohungen, Rufmord: Rainer von Holst und der Gerlachreport).

Rainer von Holst für deutsche Gerichte nicht greif­bar

Während seine Kinder in Augs­burg vor Gericht stehen, lebt Rainer von Holst in Princeton, New Jersey. Aktuell wirbt er als Direktor einer angeblichen New Yorker Groß­kanzlei, der Von Holst Part­ners Law Group LLC, um Mandanten. Von Holst, der sich schon früher fälsch­lich als Anwalt ausgab, hat aber weder eine deutsche noch eine amerikanische Anwalts­zulassung.

Verfahren meist wegen Abwesenheit des Beschuldigten einge­stellt

Rainer von Holst ist seit Jahr­zehnten gerichts­bekannt. Zuletzt wurden Verfahren gegen ihn meist wegen „Abwesenheit des Beschuldigten“ einge­stellt. Ermitt­lungen der General­staats­anwalt­schaft für Cyberkriminalität in Bamberg wegen verleumderischer Artikel im Online­dienst Gerlachreport sind bisher erfolg­los. Wie berichtet, veröffent­lichte von Holst dort rufschädigende Artikel über Firmen. Anschließend bot er den Firmen an, die Berichte zu löschen, wenn sie dafür zahlten. Wehren konnten sich die Firmen nicht, da der Dienst im Impressum keine ladungs­fähige Adresse nannte. Aktuell ersetzt Rainer von Holst den Gerlachreport durch neue, ebenfalls verleumderische Dienste im Internet. Wirk­lich um eine Auslieferung des Mannes bemüht scheint allein die Staats­anwalt­schaft Augs­burg zu sein (Abzockernetzwerk Wurstwelten & Co.Prozess um Millionenbetrug).

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