Provisionsfalle? Meldung

Eigentum statt Miete ­ diesen Traum wollen Firmen mit dem Zauberwort "Mietkauf" wahr machen. Der Kunde verpflichtet sich zum Kauf einer Immobilie, zieht aber zunächst als Mieter ein. Parallel spart er Geld in einem Fonds an, um den späteren Kauf zu finanzieren. Beispiel für solch ein Traumangebot: Die Immobilie kostet 180.000 Mark, ihr Wert und die Miete sollen jährlich um 4,2 Prozent steigen:

800 Mark Miete (12 Jahre) : 144.000 Mark
450 Mark Sparen (5 % Rendite): 91.000 Mark
Wohnungswert in 12 Jahren: 299.000 Mark

Jetzt der Hammer: Die Mietzahlungen werden beim Kauf angerechnet! Nach zwölf Jahren zahlt der Käufer nur rund 155.000 Mark. Die finanziert er mit den 91.000 Mark Sparkapital, so dass nur 64.000 Mark Schulden bleiben, die er in den nächsten Jahren tilgt.

Haken Nummer eins: Warum sollte ein Vermieter in zwölf Jahren seine Wohnung zum halben Preis verkaufen? Ist sie schon heute nur die Hälfte wert?

Zweitens: Was ist mit den Kosten für Reparaturen und Instandsetzung?

Drittens: Dauerhafte Wertzuwächse von 4,2 Prozent sind zu hoch kalkuliert.

Viertens: Welcher Mieter legt sich schon heute zwölf Jahre lang auf 4,2 Prozent jährliche Mietsteigerung fest?

Ähnlich abenteuerlich sind auch andere Mietkaufverträge. Da werden Fondsrenditen von 5 bis 10 Prozent garantiert, obwohl kein Fonds solche Garantien geben kann. Oder man wird in riskante stille Beteiligungen gelockt, an deren Ende der Totalverlust droht.

Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Anbieter nur hohe Provisionen und Gebühren bei Vertragsabschluss einstecken wollen, um nach ein paar Monaten damit zu verschwinden.

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