Provisionen Meldung

Strengere Anforderungen: Banken dürfen ihre finan­ziellen Eigeninteressen beim Verkauf nicht verheimlichen. Sonst müssen sie Schadenersatz zahlen.

Banken müssen ihren Kunden in Beratungsgesprächen sagen, wie viel sie an der Vermittlung einer Geldanlage verdienen. Das hat jetzt der Bundesgerichtshof entschieden.

Bundesgerichtshof weitet Rechtsprechung aus

In Beratungsge­sprächen müssen Banken ihre Kunden über die Provisionen informieren, die sie für den Verkauf einer Geldanlage kassieren. Mit dieser Entscheidung hat der Bundesgerichtshof seine Rechtsprechung ausgeweitet (Az. XI ZR 510/07). Von den obersten Richtern gab es bisher nur ein Urteil zu Wertpapiergeschäften, speziell dem Verkauf von Aktienfonds. Nun verlangen die Richter, auch Provisionen für andere Geldanlagen wie Beteiligungen an geschlossenen Fonds offenzulegen.

Kunde gewann gegen Commerzbank

Geklagt hatte ein Kunde der Commerzbank. Er hatte sich nach einer Beratung mit 50 000 Euro plus 5 Prozent Aufschlag an einem Medienfonds beteiligt. Über 40 000 Euro gingen ihm verloren. Was er nicht wusste: Den Aufschlag und weitere Provisionen reichte der Fondsanbieter der Commerzbank weiter, insgesamt 8 Prozent. Über einen Ausgleich entscheidet jetzt die vorherige Instanz.

Weiteres Urteil gegen die Advance Bank

Auch die Advance Bank muss einen Anleger entschädigen, weil sie ihn nicht über Provisionen aufklärte. Sie hatte für die Empfehlung einer Beteiligung an der Münchner BVT-Gruppe kassiert. Diesen Fall entschied das Landgericht München I (Az. 27 O 23950/07, nicht rechtskräftig).

50 000 Euro in langjährige riskante Beteiligung

„Wir freuen uns, Ihnen im Rahmen unserer objektiven Vermögensbera­tung eine weitere interessante Beteiligung anbieten zu können“, hatte der Berater dem Anleger geschrieben, der daraufhin 50 000 Euro in eine langjährige riskante Beteiligung an einem Ludwigshafener Einkaufszentrum der BVT-Gruppe steckte.

Anleger erhält Schaden ersetzt

„Die Bank hätte dem Kunden die Höhe der Provision mitteilen müssen, um das Umsatzinteresse des Beraters klarzumachen“, erklärt Anwalt Mathias Nittel aus Heidelberg. Weil sie das nicht tat, muss die Dresdner Bank als Rechtsnachfolgerin der Advance Bank dem Anleger alle Schäden ersetzen.

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