Prothesenreiniger Test

Chemische Reiniger sind besser als ihr Ruf. Mit ihnen können Zahnprothesenträger ihre Dritten genauso effektiv von Belägen befreien wie mit einer Zahnbürste. blend-a-dent schneidet am besten ab.

Plopp. Die Tablette im Glas löst sich sanft sprudelnd auf, das Wasser verfärbt sich hellblau. Prothesenreiniger gelten als Geheimtipp zum Reinigen von Blumenvasen und Toiletten. Doch wie gut erfüllen sie ihre eigentliche Aufgabe, Zahnprothesen zu reinigen? Viele Zahnärzte trauen den chemischen Reinigern nicht viel zu und empfehlen sie allenfalls als Ergänzung zum Reinigen mit der Bürste. Unsere Testergebnisse zeigen jedoch: Prothesen werden mit den chemischen Mitteln genauso sauber wie mit der Zahnbürste.

Für den Test Plaque angesammelt

Prothesenreiniger Test

Mit gelber Farbe: Die fluoreszierende Lösung nutzten wir zum Einfärben der Prothesen.

Beläge – oder Plaque – zu entfernen, ist die vornehmste Aufgabe eines Zahnprothesenreinigers. Denn in den Belägen setzen sich Bakterien fest. Klinische Studien zum Thema wurden bisher kaum veröffentlicht. Wir haben nun mithilfe von insgesamt 30 Probanden geprüft, wie effektiv chemische Reiniger gegen Beläge vorgehen. Die Testpersonen durften ihre Dritten jeweils einen Tag lang nicht reinigen, nur kurz abspülen. So sammelte sich für den Test genügend Plaque auf den Prothesen an. Im Prüfinstitut kamen dann die Reiniger zum Einsatz. Zum Vergleich putzte die Hälfte der Teilnehmer mit einer Zahnbürste. Auf den ersten Blick schienen alle Prothesen sauber. Die Reste verrieten sich jedoch unter UV-Licht. Fazit: Beide Verfahren beseitigen nahezu alle Beläge, es bleiben höchstens kleine Reste in den Lücken.

fittydent entfernt Beläge am besten

Prothesenreiniger Test

Unter UV-Licht: Die restlichen Beläge verrieten sich nach dem Abspülen durch grünes Leuchten.

Ein Prothesenreiniger entfernte die Beläge sogar besser als die Zahnbürste: fittydent. Dafür ist er mit 9 Cent pro Tablette der teuerste Reiniger im Test und kommt mit Verfärbungen sowie Keimen schlechter zurecht als Testsieger blend-a-dent für 3 Cent je Tablette. Tee und Kaffee zum Beispiel können auf Zahnprothesen Flecken hinterlassen. Gesundheitlich stellen sie kein Problem dar, doch die Träger fühlen sich unwohl mit dunklen Stellen auf ihren Dritten.

Nur blend-a-dent  beseitigt alle  Flecken

Verfärbungen auf Prothesen und auf Porzellan sind vergleichbar – so das Ergebnis unseres Vortests. Deshalb haben wir Tassen mit Schwarztee angeschmutzt und die Reiniger einwirken lassen. Sechs Mittel entfernten die Verfärbungen nur ausreichend, lediglich Testsieger blend-a-dent schaffte es, die Flecken vollständig zu beseitigen.

Bakterien vom Abend davor

Prothesenreiniger Test

Nach jedem Essen: Wenn möglich, die Prothese kurz unter fließendes Wasser halten.

Bakterien im Mund sind normal. Deshalb reicht es meist aus, wenn die Reiniger Plaque entfernen und damit auch die Bakterien, die sich darin sammeln. Viele lassen ihre Dritten jedoch über Nacht im Wasserbad liegen, was weniger zu empfehlen ist. Im Wasser vermehren sich Bakterien schneller als im Trockenen. Möglicherweise haften der gereinigten Prothese am Morgen dann mehr Bakterien an, als am Abend davor. Ein Reiniger, der auch Bakterien bekämpft, könnte dem entgegenwirken. Die meisten Anbieter im Test versprechen auf der Verpackung, Bakterien zu bekämpfen. Um das zu überprüfen, haben wir getestet, ob sie Keime abtöten. blend-a-dent, Protefix und Corega reduzierten die untersuchten Keime sehr gut, die anderen Mittel verminderten nicht alle genügend.

Reinigen für die Gesundheit

Insgesamt aber sind die Testergebnisse eine gute Nachricht für alle, die körperlich nicht in der Lage sind, ihre Dritten gut zu reinigen oder etwa pflegebedürftige Angehörige haben. Vor allem die erfolgreiche Plaqueentfernung ist positiv. Denn eine schlechte Reinigung kann sogar gesundheitliche Probleme verursachen (siehe Interview). Ein paar einfache Kniffe helfen, das zu verhindern (siehe Tipps).

Greifen das Material nicht an

Prothesenreiniger Test

Mit Teeflecken: Getestet haben wir an Teetassen, nicht alle Reiniger entfernten die Verfärbungen.

Bis heute ist Zahnersatz ein Tabuthema. Besonders am Anfang tun sich viele Prothesenträger schwer damit. Die Prothese drückt. Und Angst macht sich breit, sie beim Essen oder Lachen zu verlieren. Oftmals sprechen Prothesenträger nicht über ihre Ängste. Manche trauen sich auch nicht, Fragen zu stellen. Bei chemischen Reinigern kommt zum Beispiel leicht die Befürchtung auf, dass sie die Prothesen brüchig machen oder verfärben. Die heute in Deutschland üblichen Mittel sind laut Expertengutachten nicht aggressiv und greifen den Prothesenkunststoff nicht an. Auch irritieren sie nicht die Mundschleimhaut, wenn sie nach Gebrauchsanleitung angewendet und die Dritten nach dem Reinigen mit Wasser abgespült werden.

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