Prostatakrebs Meldung

Das Urologische Netzwerk Bonn warnt vor Prostata-Urin-Tests zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms: Sie sind problematisch und teuer.

Werbung. Patienten werden zunehmend neue, teure Prostatatests, Urin- oder Gentests empfohlen. Ein solcher Urintest kostet mehrere Hundert Euro, die der Patient in der Regel selbst bezahlen muss. Ein Test misst zum Beispiel die erhöhte Ausschüttung eines Gen-Abkömmlings, der von bösartigen Prostatakrebszellen verstärkt gebildet und in den Urin abgegeben wird. Die zum Teil massive Werbung verspricht die Diagnose „Prostatakrebs“ bereits im Frühstadium mit hoher Treffsicherheit, sogar ohne dass eine operative Entnahme einer Gewebeprobe notwendig werde. Falsch: „Bei keinem Patienten können diese Tests die zur Sicherung der Diagnose nötige Biopsie der Prostata ersetzen“, sagen Bonner Fachärzte.

Hintergrund. Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird derzeit Männern ab 50 einmal im Jahr ein PSA-Test angeboten (zirka 25 Euro). PSA ist ein Eiweiß und wird ausschließlich in der Prostata gebildet. Ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut ist ein Warnhinweis auf Prostatakrebs, erlaubt aber keine eindeutige Diagnose.

Unsicher. Auch die neuen Tests setzen auf „Biomarker“, die ein Karzinom anzeigen. Die Bonner Urologen sehen sie wegen dünner Datenlage und eigener Erfahrungen als sehr problematisch an. Allein die Konservierung von Eiweißstoffen im Urin sei ein Unsicherheitsfaktor. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass die Tests ein Karzinom besser vorhersagen könnten als das bisherige Vorgehen. Auch PSA-Test und Ultraschall werden kontrovers diskutiert (Früherkennung im Test auf test.de).

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