Erinnerungen an die Göttinger Gruppe

Das Angebot für den Vermögensfonds der Deutschen Anlagen AG ähnelt den ruinösen Unternehmensbeteiligungen aus Göttingen.

Werbung mit Politikern kennen Anleger noch von der Göttinger Gruppe. Fotos von Helmut Kohl und Hans Dietrich Genscher in den Prospekten halfen dem Kopf der Gruppe, Jürgen Rinnewitz, Anleger zu werben. Auch die Initiatoren des Deutschen Vermögensfonds I werben mit Politikern. Sie haben sie sogar mit ins Boot geholt.

Nicht nur das erinnert an die Göttinger Gruppe. Sie verkaufte Tausenden Anlegern Unternehmensbeteiligungen als „Pensions-Sparplan“ oder „Securente“ und bescherten vielen einen Reinfall. Wie die Göttinger wenden sich nun auch Macher des Vermögensfonds an die falsche Zielgruppe. Auch sie bieten Normalverdienern eine hochriskante Beteiligung an. Auch sie bezeichnen ihr Angebot als Altersvorsorge, obwohl weder eine stille Beteiligung noch ein geschlossener Fonds dafür taugen.

Sogar der Emissionsprospekt zum Vermögensfonds liest sich wie die Prospekte der Göttinger Gruppe. Gemeinsam sind den Angeboten vor allem die vielen unternehmerischen Risiken, die für Anleger leicht zum Totalverlust führen können.

Obwohl einiges dafür spricht, dass Jürgen Rinnewitz auch geistiger Vater des aktuellen Fondskonzepts ist, wollen sowohl die offen am Fonds Beteiligten als auch Rinnewitz davon nichts wissen. Die Göttinger Gruppe sei nur als „oberster Dienstleister“ im Hintergrund mit drei Firmen an der Verwaltung beteiligt, erklären die Beteiligten. Das bringt ihr 2,8 Millionen Euro.

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